Wüsten-Trainingslager
So erklärt der FC Basel, warum er trotz Fan-Protest im Januar nach Dubai fliegt

Der FC Basel fliegt im Januar nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate, um im Wüstenstaat ein Trainingslager abzuhalten. Weil der Entscheid sehr heikel ist und bei den Fans auf viel Kritik stösst, erklärt sich der Klub ausführlich.

Jakob Weber
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Die FCB-Führung hat sich von dem Protest der Muttenzerkurve nicht umstimmen lassen.

Die FCB-Führung hat sich von dem Protest der Muttenzerkurve nicht umstimmen lassen.

jaw

Am Freitagnachmittag bestätigt der FC Basel, was aus dem Umfeld des Klubs schon länger zu hören war. Der FCB fliegt vom 3. bis 14. Januar 2022 ins Trainingslager nach Dubai. «Die Einladung bietet dem FCB die Möglichkeit, gegen attraktive Gegner wie Zamalek oder Anderlecht zu testen und sich optimal auf die Rückrunde vorzubereiten», heisst es in der Medienmitteilung.

Die Mitteilung fällt sehr ausführlich aus, weil sich der FCB in diesem heiklen Thema gerne erklären will: Neben den idealen infrastrukturellen und klimatischen Bedingungen nennt der Verein auch die finanziellen Vorteile.

Ursprung für die Einladung war demnach der ägyptische Klub Zamalek Kairo, der sein Trainingslager in Dubai plante und dafür attraktive Testspielgegner suchte. Da der FC Basel in Ägypten wegen seiner ehemaligen Spieler Mo Salah, Mohamed Elneny, Ahmed Hamoudi und Omar Gaber noch immer einen guten Namen habe, wurde er von einem ägyptischen Medienunternehmen eingeladen, das Trainingslager in Dubai zu verbringen.

Der FCB bezahlt für die Durchführung des Trainingslager lediglich die Flugkosten und spart somit einen sechsstelligen Betrag, den das Winter-Trainingslager im spanischen Marbella in den letzten Jahren jeweils gekostet hatte.

Zum Schluss seiner Mitteilung weisst der FCB darauf hin, dass er sich durchaus bewusst ist, dass die Durchführung des Trainingslagers in Dubai bei einigen Fans auf Kritik stösst und er diese Kritik sehr ernst nimmt. «Der Klub möchte betonen, dass die Klubwerte, festgehalten in der offiziellen FCB-Charta, verbindlich sind. Nach sorgsamer Abwägung der Gesamtsituation sieht er im vorliegenden Fall aber keinen Verstoss gegen ebendiese Grundsätze», heisst es.

Im Sommer waren David Degen und der FC Basel in Crans-Montana im Trainingslager. Im Winter geht es zum ersten Mal seit der Ära Gross wieder nach Dubai.

Im Sommer waren David Degen und der FC Basel in Crans-Montana im Trainingslager. Im Winter geht es zum ersten Mal seit der Ära Gross wieder nach Dubai.

Urs Lindt / freshfocus

Weiter schreibt der FCB, dass er es sich nicht anmasst, Länder und Menschen in Kategorien aufzuteilen. «Das soll keineswegs heissen, dass der FCB Missstände – welcher Art auch immer – gutheisst, sondern es soll heissen, dass sich der FCB für eine abschliessende moralische oder rechtliche Beurteilung nicht kompetent und nicht allein zuständig fühlt.»

Die Mannschaft hat sich zudem bereit erklärt, die CO2-Emissionen der Flüge nach Dubai aus der Mannschaftskasse zu kompensieren.

Ob diese Erklärung bei den Fans auf offene Ohren stösst oder die Beziehung zwischen der Kurve und der neuen Führung durch diese Entscheidung nachhaltig beeinflusst wird, wird sich zeigen. Für rotblaue Diskussionen dürfte auf jeden Fall gesorgt sein, auch wenn der FCB an diesem Wochenende spielfrei hat.

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