Omar Gaber wärmt sich vor dem ersten Training für den FCB auf.

Omar Gaber wärmt sich vor dem ersten Training für den FCB auf.

Omar Gaber, ihr Wechsel zum FC Basel ist schon länger bekannt, nun trainieren sie endlich mit: Wie fühlt es sich an?

Omar Gaber: Oh danke, sehr gut. Ich bin glücklich. Ich bin am Mittwoch gelandet und einen Tag später geht’s gleich los. Das ist gut.

Das Wetter in der Schweiz ist gerade sehr mies – stört sie das?

Überhaupt nicht. Es ist sogar ein Vorteil für mich. In Ägypten ist es sehr heiss, das kann manchmal die Leistung hemmen. Im Regen rennt man viel länger und schneller. Und gerade ist Ramadan, ich esse und trinke nichts bei Tageslicht. Wenn es jetzt noch sehr heiss wäre, müsste ich wohl ziemlich leiden. So bin ich ein bisschen müde, ansonsten fühle ich mich gut.

Wie war das Kennenlernen mit den neuen Teamkollegen?

Die Jungs sind schon meine Freunde. Alle sehr nett. Das haben mir auch Salah, Elneny und Hamoudi (frühere ägyptische FCB-Spieler; d. Red.) erzählt, dass hier in Basel alle Leute sich gut um mich kümmern werden.

Was haben die Drei ihnen sonst noch erzählt?

Dass der FC Basel ein tolles Stadion und laute Fans und die Stadt sehr schön ist. Sie haben mich alle ermuntert, hierhin zu kommen. Da wusste ich, dass es ein guter Entscheid ist.

Bevor sie im Frühling zur Unterschrift nach Basel flogen, haben die Fans in Ägypten sie lauthals verabschiedet. Erinnern sie sich an die Szenen?

Wie könnte ich das vergessen? Die Menschen kamen zu Tausenden zu meinem Haus und verabschiedeten mich. Es war traurig und schön zugleich. Ich denke aber, die Menschen sind stolz, dass ich jetzt bald in der Champions League spielen werde und ich werde alles geben, die Ägypter glücklich zu machen.

Sie sprechen fliessend Englisch, bei den anderen Ägyptern war das bei ihrer Ankunft nicht so. Woher ihre guten Englischkenntnisse?

Danke für das Kompliment! Ich habe in Ägypten Wirtschaft studiert, da haben wir Englisch gelernt. Momentan ruht das Studium, ich fokussiere mich voll auf den Fussball. Nach der Karriere werde ich die restlichen Kurse dann nachholen.

Djordje Nikolic: die neue Nummer 2 des FCB

Djordje Nikolic: die neue Nummer 2 des FCB

Djordje Nikolic, ihr Wechsel zum FCB wurde erst am Mittwoch kommuniziert, im Raum steht er aber schon länger. Wie lief das jetzt ganz genau?

Djordje Nikolic: Vor zwei Wochen etwa war ich in Basel für den Medizincheck und habe dann auch den Vertrag bis 2020 unterschrieben. Kommuniziert wurde der Transfer dann erst gestern.

Beim FCB ist die Nummer 1 klar an Tomas Vaclik vergeben. Welche Rolle sehen sie für sich?

Ich weiss, Tomas ist hier und hat bisher einen super Job gemacht. Ich bin hierhergekommen, um neue Erfahrungen zu sammeln und weil Basel ein grosser Klub ist. Welches meine Rolle sein wird, weiss ich jetzt noch nicht. Ich werde jedenfalls alles dafür tun, um für den Trainer eine gute Alternative zu sein.

Sie gelten europaweit als grosses Goalietalent. Hatten sie andere Angebote?

Konkret war nichts. Benfica Lissabon und Ajax Amsterdam hatten Interesse. Ich habe dann vor zwei Monaten das erste Mal vom FC Basel gehört und dann schnell entschieden, hierhin zu kommen.

Mit Veljko Simic spielt ein Landsmann beim FCB. Kenne sie ihn?

Ja, vor fünf Jahren etwa haben wir im Nachwuchs von Roter Stern Belgrad zusammengespielt. Unsere Wege haben sich dann aber getrennt, er ist ein wenig älter als ich.

Sind sie sich bewusst, dass sie jetzt in der Heimatstadt von Roger Federer spielen?

Ja, klar. Ich bin aber Serbe und von daher grosser Fan von Novak Djokovic. Aber ich respektiere Roger Federer für seine Leistungen, er ist der Beste.

Urs Fischer brennt auf die neue Saison.

Urs Fischer brennt auf die neue Saison.

Urs Fischer, wie waren die Ferien?

Urs Fischer: Gut, danke. Ich war fünf Tage in Valencia und konnte dort richtig abschalten. Den Rest der Ferien habe ich in der Schweiz verbracht, ein wenig zu tun für die Saisonplanung gab es immer.

Drei Wochen haben ihnen genügt? Brennen sie auf die neue Saison?

Drei Wochen sind doch Luxus! Ich hatte als Spieler auch mal nur fünf Tage Urlaub. Drei Wochen sind genug, um abzuschalten. Mehr braucht es nicht, irgendwann muss man doch wieder arbeiten.

Sie haben mit Werner Leuthard einen neuen Mitarbeiter im Trainerstab. Was erhoffen sie sich von ihm?

Dass wir die Situation aus der letzten Saison mit den vielen Verletzten nicht nochmals erleben.

Verstärkt ab sofort Urs Fischers Trainerteam: Werner Leuthard

Verstärkt ab sofort Urs Fischers Trainerteam: Werner Leuthard

Leuthard gilt als Begründer der Medizinball-Trainings, durch die Felx Magath sein „Quälix“-Image erhielt. Steht er nicht eher für alte Schule?

Er steht für neue Schule. Die moderne Trainingslehre besagt, dass die Spieler nach den Trainings müde sein sollen. Wer nach den Trainings nicht müde ist, ist nicht bereit für den modernen Fussball. Auch wir werden künftig mit Medizinbällen arbeiten.

Zurzeit sind nur sieben Spieler des Profikaders im Training. Wann stösst der Rest dazu?

Fransson, Traoré und Zuffi sind ab Montag dabei. Sporar, Steffen und Kutesa sind noch rekonvaleszent, aber auf dem Weg zurück. Bei den Spielern an der EM bestimmt der Zeitpunkt des Ausscheidens die Rückkehr: Je später das Ausscheiden, umso kürzer die Ferien. Wir wollen zwar schon, dass jeder Spieler mindestens zwei Wochen Ferien hat. Aber Ende Juli startet die Saison, dann will ich das komplette Kader beisammen haben.

Apropos EM – ihr Fazit nach einer Woche?

Ich habe jedes Spiel gesehen und muss sagen: Doch, das ist schön anzuschauen. Die Manschaften geben Gas, die Spiele sind sehr physisch. Und taktisch wird teilweise auf hohem Niveau gespielt: Was Italien gegen Belgien gezeigt hat, war vom Feinsten.

Island war bislang die grösste Überraschung und mit Birkir Bjarnason hat ausgerechnet ein FCB-Spieler das Tor gegen Portugal erzielt. Wie gross war ihre Freude?

Sehr gross. Ich habe in dem Spiel Island die Daumen gedrückt, es freut mich sehr für Birkir. Auch die anderen FCB-Spieler verfolge ich genau – leider hatten nicht alle solche Erfolgserlebnisse wie Birkir.

Wie bewerten sie die zwei Auftritte der Schweizer Nationalmannschaft?

Als Steigerungslauf. Das erste Spiel gegen Albanien war von der Leistung her ganz schlecht, aber der Druck war auch riesig für die Spieler. Das Resultat war das wichtigste. Gegen Rumänien war eine klare Steigerung zu erkennen. Hoffen wir, es geht so weiter.

Und wer ist nach den ersten Spielen ihr Turnierfavorit?

Ich tippe nicht. Aber Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich  - das sind Turniermannschaften, mit allen Wassern gewaschen, die können mit der Situation super umgehen.