Super Bowl LII

Zwei Kandidaten für eine Heldengeschichte: Brady oder Foles, wer gewinnt den 52. Super Bowl?

In der Nacht auf Montag (0.30 Uhr MEZ) treffen in der Super Bowl LII die New England Patriots auf die Philadelphia Eagles – es ist auch das Duell zweier sehr unterschiedlicher Quarterbacks: Tom Brady und Nick Foles, beide wollen ihre Teams zum Sieg führen.

Fünf Mal hat er die Vince Lombardi Trophy schon in die Höhe stemmen dürfen. Fünf Siegerringe hat er bereits in seinem Besitz. Die Rede ist von Tom Brady. Seines Zeichens Quarterback der New England Patriots.

Wenn in der Nacht auf Montag (0.30 Uhr MEZ/live Pro7) der Kick-off zum Duell mit den Philadelphia Eagles in der Super Bowl LII – der 52. Ausgabe – erfolgt, steht der mittlerweile 40-jährige Superstar zum achten Mal in seiner Karriere im Endspiel um die nordamerikanische Meisterschaft im American Football.

Brady's 201 

Und sollte Brady seine Patriots zum Sieg führen – und damit den Titel erfolgreich verteidigen –, würde er sich selber gleich noch zum alleinigen Rekordhalter machen. Sechs Titel, sechs Siegerringe – das hat in der Geschichte dieses Sports noch keiner geschafft. Die 70 000 Fans in der neuen Arena in Minneapolis könnten sich im Falle eines Patriots-Sieges rühmen, «history in the making», was sinngemäss «Geschichte, die gerade geschrieben wird» bedeutet, erlebt zu haben.

Für Brady wäre es der nächste Höhepunkt einer Karriere, deren Ende er in weiter Ferne sieht. Der 41 Millionen US-Dollar schwere Zweijahresvertrag des 40-Jährigen läuft noch bis 2019, gemäss eigener Aussage will er noch bis 45 weitermachen. Spielt er so weiter wie bisher, dann dürfte ihm kaum jemand Steine in den Weg legen.

66 159 Yards hat er seit Beginn seiner Karriere im Jahr 2000 geworfen. Damit rückt er NFL-Legenden wie Brett Favre (71 838 Yards) oder Peyton Manning (71 940 Yards) immer näher. Seit er im Jahr 2016 seinen 201. Sieg feiern konnte, ist er in dieser Sparte alleiniger Rekordhalter. Vier Mal wurde er zum Super-Bowl-MVP, dem besten Spieler des Endspiels gewählt. Die Zahlen sind eindrücklich – und es gäbe noch viele mehr.

USA setzt auf den «Underdog»

Trotz all dieser Erfolge oder eben gerade deswegen wird am Sonntag aber nur eine Minderheit der US-Amerikaner den Patriots die Daumen drücken. Eine statistische Analyse eines Wettanbieters, erstellt aus den Daten des sozialen Netzwerks «Twitter», hat ergeben, dass in 45 der 50 Bundesstaaten Philadelphia unterstützt wird.

Kein Wunder, gibt es doch kaum ein Land, in dem man so extrem auf den «Underdog», also den Aussenseiter steht. Und genau diesen verkörpern die Eagles und deren Quarterback Nick Foles im Speziellen fast schon in Perfektion.

Foles’ Wiederauferstehung

Noch im Dezember des vergangenen Jahres hatte überhaupt nichts darauf hingedeutet, dass Foles derart in den Fokus des Interesses rücken könnte. Der 29-jährige Quarterback sass damals als Ersatzmann für Carson Wentz auf der Bank.

Ohne Aussicht auf Einsätze. Doch dann zog sich der 25-jährige Überflieger und MVP-Kandidat Wentz einen Kreuzbandriss zu – und die Experten schrieben die Eagles ab. Aber Foles übernahm und führte sein Team zum Playoff-Heimrecht und bis in den Super Bowl.

Kurz vor dem Rücktritt 

2013 war ihm mit den Eagles eine Saison für die Geschichte gelungen. Seine statistischen Werte waren brillant. Trotzdem wurde er in einem für nordamerikanische Ligen typischen Tauschgeschäft nach St. Louis abgeschoben.

Als die Franchise 2016 nach Los Angeles abwanderte, machte Foles, der seinen Stammplatz längst verloren hatte, den Umzug nicht mit. Lustlosigkeit macht sich in ihm breit, der Druck setzt ihm zu. Foles löst seinen 11,25-Millionen-Vertrag auf und denkt an Rücktritt. Es kommt anders: Im Sommer 2016 holen ihn die Eagles mit einem 11 Millionen US-Dollar schweren Zweijahresvertrag zurück.

So oder so: Am Sonntag wird eine Heldengeschichte nach US-Geschmack geschrieben. Entweder diejenige des neu alleinigen Rekordhalters Tom Brady oder diejenige der Wiederauferstehung von Nick Foles.

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