Fussball-Nati

Zwischen Himmel und Bank: Die Formkurven der Schweizer Nati-Söldner

Granit Xhaka ist bereit, die Führung in der Nationalmannschaft zu übernehmen

Granit Xhaka ist bereit, die Führung in der Nationalmannschaft zu übernehmen

Nächste Woche absolviert das Schweizer Nationalteam in der Slowakei und Österreich seine letzten Länderspiele des Jahres. Die «Nordwestschweiz» zeigt, wo die Schweizer Söldner sieben Monate vor der EM stehen.

Die Leistungsträger

Admir Mehmedi: Der Mann der Stunde. Nach dem Wechsel von Freiburg zu Leverkusen hat sich Mehmedi sofort etabliert. Drei Tore in vier Champions-League-Spielen sind rekordverdächtig für einen Schweizer im Ausland. Zwei weitere Treffer in der Bundesliga kommen dazu. Die Frage ist nun: Findet Mehmedi auch im Nationalteam wieder zu seiner WM-Form?

Admir Mehmedi

Admir Mehmedi

Almen Abdi: Beim FCZ galt Abdi einst als kommender Nati-Star. Doch nach seiner Flucht zu Udinese und vor allem, als er zu Watford in die zweite englische Liga wechselte, geriet Abdi in Vergessenheit. Doch nun feiert der mittlerweile 29-Jährige eine Art Auferstehung. Watford spielt in der Premier League, Abdi ist Stammspieler, vor zwei Wochen schoss er sein erstes Tor. Warum ihn Nationaltrainer Petkovic dennoch nicht aufbietet, ist rätselhaft.

Almen Abdi

Almen Abdi

Fabian Lustenberger: Der 27-Jährige führt die Hertha seelenruhig durch ihren goldenen Herbst. Bisher hat der Captain der Berliner noch keine Sekunde verpasst. Er verkörpert die Stabilität und Kontinuität in der Hertha-Verteidigung. Eigenschaften, die auch für das Spiel der Nati wohltuend wären. Es ist Zeit, dass er eine echte Chance erhält.

Fabian Lustenberger

Fabian Lustenberger

Granit Xhaka: Eigentlich, und das wissen rund um das Nationalteam so ziemlich alle, wäre der Zeitpunkt gekommen, das Team rund um Xhaka zu bauen. Der 23-Jährige imponiert bei Mönchengladbach Woche für Woche. Nach Lucien Favres Abgang ist er gar zum Captain aufgestiegen. Und Xhaka wurde, beflügelt von diesem Vertrauensbeweis, noch dominanter.

Granit Xhaka

Granit Xhaka

Yann Sommer: Sein Saisonstart war wie jener von Borussia Mönchengladbach wenig berauschend. Die Auferstehung danach aber mindestens so bemerkenswert. Zuletzt führte er sein Team gegen Schalke fast im Alleingang in den Pokal-Achtelfinal. Selbst ein Nasenbeinbruch konnte den 26-Jährigen nicht stoppen. Wenn Petkovic irgendwo keine Sorgen haben muss, dann auf der Torhüter-Position, Roman Bürki stünde auch noch bereit.

Yann Sommer

Yann Sommer

Die Hoffnungen

Timm Klose: Die Achterbahnfahrt in Wolfsburg geht weiter. Nach langem Warten ist Klose
zu Saisonbeginn Stammspieler. Doch kurz vor Ende des Transferfensters setzt ihm der Klub den brasilianischen Hasardeur Dante vor die Nase. Klose ist wieder auf der Bank. Doch nun scheint sich das Blatt erneut zu wenden, gegen Dante und für Klose – vielleicht nachhaltig.

Timm Klose

Timm Klose

Stephan Lichtsteiner: Es ist ein schwieriger Saisonstart für den impulsiven Rechtsverteidiger. Ungewohnte Enttäuschung mit Juventus in der Liga. Und plötzlich auch noch Herzprobleme. Der operative Eingriff scheint jedoch geglückt. Lichtsteiner ist seit Mittwoch und dem Champions-League-Spiel in Mönchengladbach zurück – und wie! Sein grossartiges 1:1 rettete der Juve einen Punkt.

Stefan Lichtsteiner

Stefan Lichtsteiner

Haris Seferovic: Die Wanderjahre sind vorbei. Endlich Kontinuität. Und darum sollte es in Frankfurt die Saison der Bestätigung werden. Nach gelungenem Saisonstart tut sich Seferovic nun aber genau wie sein Team schwer. Zudem bremste ein Muskelfaserriss den Stürmer. Das 0:0 gegen die Bayern zuletzt war immerhin ein Highlight. Mit einem Seferovic, der sich im Stile eines Aussenverteidigers prächtig wehrte. Die Schweiz ist auf einen selbstbewussten Seferovic angewiesen.

Haris Seferovic

Haris Seferovic

Pajtim Kasami: Im Schatten der grossen europäischen Ligen entwickelt sich Kasami in Athen weiter formidabel. Er gehört bei Olympiakos Piräus zum unangefochtenen Stammpersonal. Kasami ist es auch, der die Griechen immer wieder zu Überraschungserfolgen auf der europäischen Bühne dirigiert. Zum Beispiel gegen Arsenal. Wann wechselt der 23-Jährige wieder zurück in eine grosse Liga?

Pajtim Kasami

Pajtim Kasami

Sorgenkinder

Josip Drmic: Die Erinnerung an seine 17 Tore in der ersten Bundesliga-Saison mit Nürnberg verblasst langsam. Eine Saison zum Vergessen in Leverkusen. Nun in Gladbach auf dem Weg zum 10-Millionen-Fehleinkauf. Seit Trainer Favre weg ist, durfte er keine Bundesliga-Minute mehr absolvieren. «Josip braucht Geduld. Er muss sich durchbeissen», fordert Xhaka. Eine Luftveränderung im Winter scheint gleichwohl möglich.

Josip Drmic

Josip Drmic

Xherdan Shaqiri: Immerhin spielt er bei Stoke City. Nur ist es das bereits an freudigen Nachrichten. Shaqiris Krise setzt sich auch in England nahtlos fort. Kürzlich wurde er von der «BBC» als «drittklassiger Spieler» abgekanzelt. Sein Team hat die schlechteste Offensive der Liga. Shaqiri selbst erst einen einzigen Assist in acht Premier-League-Spielen. Wann endlich folgt der Befreiungsschlag?

Xherdan Shaqiri

Xherdan Shaqiri

Gökhan Inler: Sein Team Leicester City ist die Sensation der bisherigen Saison in der Premier League – aktuell Rang 3. Nur ist Inlers Beitrag dazu bescheiden. Er kommt nicht an N’Golo Kanté und Danny Drinkwater vorbei. Die Situation beunruhige ihn nicht, versicherte der Nati-Captain rund um die letzten EM-Qualifikationsspiele noch – doch nun spitzt sich seine Situation allmählich zu.

Gökhan Inler

Gökhan Inler

Valon Behrami: Der Start nach seinem Wechsel zu Premier-League-Aufsteiger Watford ist gut. Aber dann folgt Anfang September eine verhängnisvolle rote Karte. Seither ist auch Behrami zum Zuschauen verdammt. Zuletzt durfte er Almen Abdi jeweils für knapp eine Viertelstunde ersetzen. Auf die Dauer ist das zu wenig.

Valon Behrami

Valon Behrami

Fabian Schär: Vom Talent her der beste Schweizer Innenverteidiger. Mit beeindruckenden Skorer-Qualitäten überdies. Da darf man auch über die gelegentlichen Aussetzer hinwegsehen. Nur: Sein neuer Verein, Hoffenheim, geriet sofort in die Krise. Den Stammplatz hat Schär mittlerweile verloren. Auch unter dem neuen Trainer Huub Stevens – einem Sicherheitsfanatiker – ist er nicht erste Wahl. Wie weiter?

Fabian Schär

Fabian Schär

Meistgesehen

Artboard 1