Schwimmclub Fricktal
13 Jahre am Beckenrand im Vitamare.. -

Anna Grüne
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Wer gegen Abend oder am Samstagvormittag das Hallenbad in Frick betritt, erwartet, Beat Wiedmer am Beckenrand zu sehen und zu hören. Seit fast 13 Jahren trainiert er die Leistungsschwimmer des SC Fricktal, arbeitet im Vorstand und hat in dieser Zeit immens viel erreicht. Zur neuen Saison hat Beat „sein“ Team 1 abgegeben. Mindestens eine lange Pause soll es werden, mehr Zeit für seine Familie, die Pferde und die eigene Bewegung möchte er zukünftig haben. Dem Vorstand bleibt Beat jedoch als Technischer Leiter glücklicherweise erhalten. Die ersten Ideen, was er für den SC Fricktal (noch) machen, verändern, initiieren möchte, wenn nun mehr Zeit ist, hat er schon. Ganz ohne Chlorduft, Wettkämpfe, Training und Schwimmer geht es eben doch nicht...
Die Zeit als Fricktaler Trainer war Beats zweite Trainerkarriere. Ganz klassisch ist er vom Leistungsschwimmer zum Trainer in Basel geworden, hat dort die Schwimmschule aufgebaut, und bis vor 20 Jahren als Trainer und im Vorstand gearbeitet. Nach einer Pause begann Beat in Frick wieder Schwimmkurse zu geben und fand mit seinen Kindern den Weg in den Schwimmclub und wieder an den Beckenrand. Im Sommer 2005 begann mit ihm eine neue Ära im noch jungen Schwimmclub. Seitdem bekleidet er das Amt des Technischen Leiters und gibt in verschiedenen Teams Training. Von Beginn an motivierte er die älteren Schwimmer, als Trainer mitzuhelfen und sich ausbilden zu lassen. Von dieser Initiative profitiert der SC Fricktal bis heute sehr. Zusammen mit motivierten Eltern konnte Beat den Club quasi neu aufbauen, seit 2010 betreibt der SC Fricktal die Schwimmschule Frick, auch hier hat er viel dazu beigetragen. Als Beat Cheftrainer beim SC Fricktal wurde, begann die noch anhaltende Erfolgsära. Fast jede Saison toppte leistungsmässig die vorangegangene. Eine unglaublich erfolgreiche Schwimmergeneration konnte ausgebildet und gefördert werden. Der „kleine“ SC Fricktal schrieb sich immer häufiger in die Siegerlisten ein, regelmässig qualifizierten sich Schwimmer für den Regionalkader, nationale Meisterschaften und das Jugendcupfinale.
Hier nur ein paar Meilensteine: bereits in der Saison 2007/2008 konnten 19 Medaillen an den Regionalen Meisterschaften gewonnen werden und mit Ramona Essig ging die erste Schwimmerin an die Nationale Regionalkaderausscheidung. 2008/2009 qualifizierten sich erstmalig acht Schwimmer für die Nachwuchs –Schweizermeisterschaft und erreichten vier Finalplatzierungen. 2009/2010 gab es an den SNM die ersten beiden Medaillen und der SC Fricktal platzierte sich auf Platz 31 von 78 Vereinen. In der Saison 2010/2011 sind vier Schwimmer im Regionalkader, an den SNM erreichten die Fricktaler vier Medaillen: 1x Gold, 2x Silber, 1x Bronze. 2011/2012 gab es 13 Regionalmeistertitel, 2 Einsätze mit der Jugendnationalmeisterschaft und nochmals mehr Medaillen an der SNM als im Jahr zuvor: 3x Gold, 3x Silber und 3x Bronze, was den 15. Rang bedeutet. Sieben Schwimmer qualifizieren sich für den Nationalkader. Und über 200m Rücken bei den SNM gelingt etwas Unglaubliches und wahrscheinlich Einmaliges: Das ganze Podest im Jahrgang 1998 stellt der SC Fricktal – Vanessa Rebmann siegt vor Eliane Willemsen und Elena Wiedmer. Ein Bild, das sicher nicht nur die unmittelbar Beteiligten nie vergessen werden! 2012/2013 gab es wieder neun Medaillen an den NSM, davon Gold für Felix Kempter über 100m Freistil. In Arbon gab es bei der Sommerschweizermeisterschaft zweimal Gold. Erfolgreich agierten die Jüngsten und qualifizierten sich für das Kidsligafinal. 2013/2014 wurden wieder sieben Schwimmer in den Regionalkader berufen, die Mädchen holten Platz 6 bei den Schweizer Vereinsmeisterschaften Jugend. Es gab 3 Medaillen (Kategorie Jugend) an der Sommer SM, 5 Goldmedaillen an den NSM und Platz 9 in der Mannschaftswertung. Mit Vanessa Rebmann qualifiziert sich erstmalig eine Fricktaler Schwimmerin für die JEM und die Elite Nationalmannschaft. 2014/2015 holten die Damen Platz 4 in der NLB bei den Vereinsmeisterschaften, der Nachwuchs glänzte in der Kidsliga. An den SM gab es vier Medaillen und an den NSM 6 Medaillen: 2x Gold, 1x Silber, 3x Bronze. 2015/2016 konnte mit Platz 8 trotz krankheitsbedingten Ausfällen die NLB bei der Vereinsmeisterschaft gehalten werden. Bei den SM gab es zwei Medaillen, bei den NSM einen Titel und einmal Bronze. Nach der Saison wechselten vier Leistungssträgerinnen nach Basel bzw. nach Aarau, um sich entsprechend weiterentwickeln zu können. Für Beat und den SC Fricktal ging eine erfolgreiche Ära langsam zu Ende. Dabei waren diese Wechsel länger vorbereitet und sind ein weiterer Verdienst von Beat. Zusammen mit Liestal und dem SV beider Basel ist der SC Fricktal Gründungsmitglied des Leistungszentrums Nordwestschweiz, um Talente in der Region zu halten und weiter zu fördern. In diesem Sinne sind mit einem gewissen Leistungsniveau verbundene Wechsel durchaus erwünscht, um optimale Trainingsbedingungen sicherzustellen. Saison 2016/2017 galt grösstenteils dem Nachwuchs, wobei mit Eliane und Annick Willemsen auch noch zwei Schwimmerinnen der „goldenen Generation“ für Furore sorgten. Vier Schwimmer starteten bei den NSM, es gab einen Finalplatz.

Natürlich bleiben nach so langer Zeit am Beckenrand nicht nur die hervorragenden Leistungen, sondern auch die eine oder andere Anekdote oder auch die Lieblingssprüche in Erinnerung. Wer mit Beat einen Wettkampf besucht hat, weiss, dass er nicht nur hier in der Region das ganze Bad kennt: Trainer, Funktionäre und natürlich aktuelle und ehemalige Schwimmer werden begrüsst und immer gibt es viel zu erzählen. Seinen langjährigen Schwimmern bleiben viele Sprüche in guter Erinnerung, wie: „ `s Trainingslager isch ned do zum Salat esse.“ Oder aus dem Trainingsalltag: „Meh Chrafftraining!“ „Hüt gits Sprints/Stehvermögen/voll/intensivi Usduur/S1“ oder „Mini Grossmuetter isch no schneller.“ Auch mit „Gopfdamevelo, du Nashorn!“ wurde der ein oder andere Schwimmer betitelt oder man wurde gefragt „Machsch Ferie ufem Böckli oder was?!“. Und... und.. und.. . Bei Beats letztem Wettkampf mit der gesamten Mannschaft zum Saisonabschluss durften all diese Weisheiten dank der Schwimmer auf Beats T-shirt bewundert werden. Sein aktuelles Team zeigte Flagge: When the BEAT drops out.. Danke Beat! Dem schliessen wir uns alle an! Vielen Dank für die grossartigen Leistungen und die tolle Zeit! Und schön, dass du uns – mindestens - im Vorstand erhalten bleibst!

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