Bildung
Bildungsdirektorin Aeppli hat gespart – ohne eine Stelle abzubauen

Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) hätte in diesem Jahr massiv sparen und 30 Stellen abbauen müssen. Sie hat den Auftrag der Regierung umgesetzt und gespart, aber keine Stellen abgebaut.

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Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli hat den Sparauftrag des Kantonsrats in diesem Jahr erfüllt – ohne Stellenabbau

Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli hat den Sparauftrag des Kantonsrats in diesem Jahr erfüllt – ohne Stellenabbau

Keystone

Der Zürcher Kantonsrat hatte in der letzten Budgetdebatte Bildungsdirektorin Regine Aeppli verordnet, zehn Prozent Personal – also rund 30 Stellen – auf ihrer Zentralverwaltung bis Ende Jahr abzubauen. Der Rat kürzte der SP-Frau mit 107:63 Stimmen das Budget um 4 Millionen auf 69 Millionen Franken.

Ende Jahr zeigt sich nun: Aeppli hat den Sparauftrag des Rates erfüllt. Jedoch nicht so, wie dies der Kantonsrat gewünscht hatte. So hat es Aeppli geschafft, dass die Sparmassnahmen nur zu einem Teil die Angestellten betrifft.

So waren für die neue Fachstelle der Schulpsychologie vier Stellen budgetiert, auf die Aeppli nun verzichtet. Damit konnte eine halbe Million Franken gespart werden. Weiter wurden freie Stellen verzögert besetzt, was hohe Einsparungen ergaben.

Weiter konnte Aeppli im Bereich der Pro-Litteris-Kopierabgaben sparen. Die Bildungsdirektion bezahlt nun nur noch die Kopierabgaben, die in der Zentralverwaltung anfallen. Bisher hatte sie die Abgaben für sämtliche Schulen im ganzen Kanton übernommen.

Damit können weitere 600'000 Franken gespart werden. Ausserdem konnte die Bildungsdirektion bei Neuanschaffungen sparen, weil Computer und Drucksachen verzögert angeschafft werden. Und schliesslich sisitierte man Aufträge an die Pädagogische Hochschule im Wert von 400'000 Franken.

Damit hat Aeppli die Sparmassnahmen vollends erfüllt, ist sich auch die Bildungskommission sicher. Die Direktion sei völlig frei, wie sie den Sparauftrag umsetze. Einen Stellenabbau könne man gar nicht vorschreiben: «Der Rat kann das höchstens wünschen», wird Ralf Margreiter (Grüne), Präsident der Bildungskommission im «Tages-Anzeiger» zitiert.

Ungerechtfertigte Steuerfuss-Erhöhung

Claudio Zanetti (SVP), der den Antrag ursprünglich gestellt hatte, lobt derweil Regine Aepplis Bemühungen. Für ihn sei das der Beweis, dass der letztjährige Antrag des Regierungsrats, den Steuerfuss um sieben Prozent zu erhöhen, ungerechtfertigt war, wie Zanetti gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte.

«Wenn es in der Bildungsdirektion ohne eine Entlassung möglich war, den Aufwand in einem Jahr um zehn Prozent zu senken, dann sind auch im Rest der Verwaltung substanzielle Kostensenkungen möglich.» (sha)