Madiswil
Der Oberaargau ist um eine Attraktion reicher

Das Bio-Gut in Madiswil bietet neu seine Produkte direkt ab Hof zum Verkauf an – auch rare Bio-Kirschen gehen über den Ladentisch.

hannes rettenmund
Merken
Drucken
Teilen
Die Teilnehmer des Tags der offenen Türe werden fachkundig über das Bio-Gut geführt. (Foto: Hannes Rettenmund)

Die Teilnehmer des Tags der offenen Türe werden fachkundig über das Bio-Gut geführt. (Foto: Hannes Rettenmund)

Solothurner Zeitung

Nachhaltige und regionale Erzeugnisse sind immer gefragter – ein Betrieb, der dieses Bedürfnis befriedigt, öffnete dieses Wochenende seine Türen. Seit 20 Jahren bewirtschaften Ingrid und Karl Schenk den Säget in Madiswil, 1996 erfolgte die Umstellung auf Bio.

Mehrere Jahre schon verkaufen sie ihre frisch geernteten Bio-Erdbeeren unter anderem mit einem Stand an der Hauptstrasse zwischen Madiswil und Lindenholz. «Dabei wurden wir oft angesprochen, ob wir denn noch andere Produkte im Angebot hätten, Früchte, Gemüse oder Milch und Fleisch zum Beispiel», sagt Ingrid Schenk und fügt an: «So ist uns aufgefallen, dass wir all das ja eigentlich produzieren und deshalb auch noch direkt verkaufen könnten.» Deshalb hätten sie beschlossen, ihre gesamte Produktpalette auch über Direktvermarktung also ab Hof zu vertreiben.»

Bio-Anbau von Kirschen aufwendig

Als Startschuss lud die Familie Schenk auf ihren Hof ein: Am Samstag und Sonntag von 9 bis 16 Uhr boten sie Interessierten die Gelegenheit, Einblicke in den Biolandbau und speziell in das Bio-Gut zu erhalten. Trotz Pfingstwochenende kamen zahlreiche Menschen – ganz zur Freude der Gastgeber.

«Am Samstag hatten wir sehr viele Leute und am Sonntag lief es auch gut. Unser Angebot scheint anzukommen», so Ingrid Schenk. Sicher habe auch das gute Wetter mitgeholfen. «Viele Leute die vorbei kamen, kannten uns schon von unseren Erdbeeren her und wollten nun wohl mehr über uns wissen.» Unter fachkundiger Anleitung konnte man die verschiedenen Zweige des Betriebes erkunden: Vater Karl und Sohn Simon – er arbeitet sonst in einem Biobetrieb in der Romandie – führten die Besucher im Halbstundentakt über das Gut mit den verschiedenen Kulturen. Dabei wurde oft konkret erklärt, was gerade die Unterschiede zwischen konventionellem und biologischem Anbau sind.

Vom Kräutergarten am Kartoffelacker vorbei über das Erdbeerfeld ging es zum Prunkstück des Bio-Guts, der Steinobst-Anlage. Bei dieser werden Zwetschgen und Kirschen angebaut. Gerade Bio-Kirschen seien sehr gefragt und selten, so Simon Schenk, denn: Der Bio-Anbau von Kirschen sei sehr aufwendig und schwierig. Besonders schützen müsse man die Pflanzen vor den Kirschen-Fliegen, denen man ohne Spritzmittel so gut wie ausgeliefert sei. Deshalb bietet eine rundum gespanntes, feines Netz Schutz vor den Schädlingen. Weiter ging es an der Kuhweide und dem Hühnerhof vorbei zur Himbeerkultur bis zum Schweinestall, wo die Tour endete.

Alles wegen der Erdbeeren

Auch über die Erdbeeren wurden Christine und Lorenz Keller aus Langenthal auf das Bio-Gut aufmerksam. «Das Ganze passierte eher zufällig: Ich kaufte bei einem Detailhändler in Langenthal ein und begutachtete Erdbeeren», erklärt Christine Keller. Dabei sei ich von einer Frau darauf aufmerksam gemacht worden, dass noch gar nicht Saison sei und die Beeren noch nicht reif seien. «Es war Ingrid Schenk. Sie empfahl mir, doch einmal ihre Bio-Erdbeeren zu probieren, wenn die dann reif sind.

Das habe ich gemacht und es hat mich überzeugt» sagt Christine Keller. Sie würden meistens Bio kauften, fügt Lorenz Keller hinzu. «Durch den Rundgang auf dem Hof haben wir aber einen sehr interessanten Einblick erhalten. Normalerweise ist einem als Konsumenten gar nicht bewusst, was noch alles dahinter steht, speziell an Arbeit.»

Bereits ab dieser Woche findet nun jeweils am Samstag von 9 bis 12 Uhr ein Hofmarkt auf dem Bio-Gut in Madiswil statt.