Zürcher Bezirksgericht
Diebe tauschen Banknoten gegen Papierschnipsel aus

Zwei Ehepaare haben versucht, eine Zürcher Galerie zu bestehlen: Beinahe hätten sie eine Vermittlungskommission über 1,8 Millionen Franken für einen vorgetäuschten Kunst-Deal einstreichen können. Doch die Polizei hatte sie längst im Visier - jetzt stehen sie vor dem Zürcher Bezirksgericht.

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Der "Zeigender Mann" von Alberto Giacometti.

Der "Zeigender Mann" von Alberto Giacometti.

Die Staatsanwaltschaft verlangt, dass die vier Personen aus Frankreich wegen Diebstahls verurteilt werden. Sie fordert Freiheitsstrafen von bis zu viereinhalb Jahren. Heute Donnerstagnachmittag muss sich das erste der beiden Diebes-Paare vor den Richtern verantworten.

Die vier Verhafteten hatten eine Galerie in der Stadt Zürich kontaktiert: Einer ihrer Klienten sei am Kauf einer Alberto-Giacometti-Skulptur im Wert von 25 Millionen Franken interessiert, sollen sie angegeben haben.

Nach mehreren Gesprächen und Treffen im In- und Ausland fragten die falschen Vermittler des Kunst-Deals gemäss Anklageschrift nach, ob die Galerie überhaupt über so viel Bargeld verfüge, dass diese ihnen bei einem Vertragsabschluss die fällige Provision zahlen könne.

Da lud eine Mitarbeiterin der Galerie zu einem Treffen in eine grosse Bank ein. Sie zeigte einem Mitglied der Diebesbande, einer 38-jährigen Französin, ein Couvert voller Tausendernoten. Als die vermeintliche Kunst-Vermittlerin die Noten zählte, tauschte sie diese gegen Papierschnitzel aus. Das echte Geld - insgesamt 1,8 Millionen Franken - versteckte sie unter ihrem Rock.

Als sie danach den Tresorraum verliess, wurde sie verhaftet - wie auch ihre drei in der Nähe der Bank Schmiere stehenden Komplizen. Die Polizei war ihnen von Beginn an auf der Spur: Wie es in der Anklageschrift heisst, hatte bereits die erste Kontaktaufnahme per Mail nicht mit einer echten Mitarbeiterin der Galerie, sondern bloss mit einer "vermeintlichen" stattgefunden

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