Energiewachstum
Kommt für Erdgas auch in der Schweiz ein «Goldenes Zeitalter»?

Die Erdgasindustrie wird sich ein Stück des Kuchens sichern, ist André Dosé, Präsident des Gasverbundes Mittelland, an der GV überzeugt. Der Energieverbrauch steigt. Erdgas kann Wärme- oder Stromerzeuger, wie auch Treibstoff eingesetzt werden.

Stefan Schuppli
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Erdgas
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Erdgasbetankung
Erdgastanks bei der Regio Energie Zuchwil
18 Meter langer Erdgas-Gelenkbus
Erdgas-Pipeline in Russland (Archiv)
Erdgasförderung
Erdgaspipeline
Erdgasförderung

Erdgas

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Der Energieverbrauch werde in den kommenden 20 Jahren weiter wachsen, einen Beitrag dazu könne Erdgas liefern, ist André Dosé, Verwaltungsratspräsident des Gasverbundes Mittelland (GVM), überzeugt.

Im Gegensatz zu den USA habe diese Energieform hierzulande noch ein Mauerblümchendasein, sagte er am Donnerstag vor der Generalversammlung in Basel. Das günstige Gas habe in den USA eine regelrechte Re-Industrialisierung ausgelöst, weil die Produktionskosten plötzlich tiefer und damit weltweit konkurrenzfähig wurden.

Die europäische Industrie sei alarmiert. In den USA kämen 44 Prozent aus Schieferformationen. Es gäbe keinen Grund, Schiefergas zu dämonisieren. Wichtig sei die Tatsache, dass Gas sauber sei und weniger CO2 produziere.

Doch Gas für Strom?

Angesichts der sistierten Gespräche über einen grenzüberschreitenden Stromhandel sei zu prüfen, ob Erdgas in der schweizerischen Stromerzeugung nicht doch eine grössere Rolle spielen sollte. Als absolut prioritär bezeichnete Dosé die Ausarbeitung eines Gasmarktgesetzes.

Erdgas

Erdgas ist ein natürliches Gas, das in Millionen von Jahren durch Ablagerungen unter hohem Druck und Temperatur entstanden ist.

Erdgas wird in unterirdischen Hochdrucklleitungen in gasförmigem Zustand transportiert.

Mit Erdgas kann man Heizen, Kochen, Warmwasser aufbereiten, Strom erzeugen und Auto fahren. (stwz.ch)

Zwar sei es erfreulich, dass es von der Wettbewerbskommission Vorabklärungen gegeben habe, ob und wie industrielle Grossverbraucher auf dem Markt beschafftes Gas im schweizerischen Netz durchleiten können. «Hier braucht es eine verbindliche gesetzliche Regelung», sagte Dosé.

Dies in Anlehnung an das Stromnetz, wobei ein nicht-diskriminierender Zugang gewährleistet sein soll. Die Marktöffnung erfordere es, dass die Aktivitäten der Gaswirtschaft gebündelt werden müssten. Nicht erbaut ist Dosé über den Ausstieg der Erdgas Ostschweiz aus dem geplanten «Beschaffungshaus». Noch immer tut sich Erdgas als Treibstoff schwer, dies, obwohl die Technologie ausgereift sei. Erst vorgestern verkündeten die BVB beispielsweise die Beschaffung von Diesel- statt Gasbussen.

Erneuerbare Energien unter Druck

In seiner Grussbotschaft konnte sich Regierungspräsident Guy Morin eine flapsige Bemerkung nicht verkneifen – ist doch Dosé auch Präsident der BLT. Werden sie künftig nur noch Gasbusse betreiben? Kritisch merkte Morin auch an, dass sich Gas wegen des Preisvorteils möglicherweise primär zulasten der erneuerbaren Energien durchsetze. Und es steht damit die Frage im Raum, ob damit nicht die Ökologisierung der Wärmeversorgung geschmälert würde.

Der GMV, der 15 Energieversorgern der Nordwestschweiz gehört (grösster Aktionär sind die IWB), hat im Geschäftsjahr 2012/2013 6,4 Prozent mehr Erdgas abgesetzt. Der Umsatz stieg um 4,7 Prozent auf 605 Millionen Franken.