Leimiswil
Oberaargauerin geht als Weltcup-Leaderin an die X-Games in Aspen

Skicross-Athletin Sanna Lüdi hat sich nach diversen Verletzungen zurückgekämpft – und zwar an die Spitze des Weltcups. Die Leimiswilerin möchte nun auch am «Highlight des Jahres» Vollgas geben. Für die 25-Jährige sind es die ersten X-Games.

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Sanna Lüdi hat derzeit allen Grund zum Strahlen. AP

Sanna Lüdi hat derzeit allen Grund zum Strahlen. AP

Ursprünglich hat Sanna Lüdi ihre Karriere als Alpinfahrerin begonnen. Nun kam alles anders. Innert weniger Jahre hat sich die Leimiswilerin als feste Grösse im Skicross etabliert. Nach diversen Verletzungen hat sich die 25-Jährige auf diese Saison hin an die Weltspitze zurückgekämpft. Anfang Januar feierte Lüdi gleich ihren ersten Weltcup-Sieg im französischen Les Contamines.

Diese Woche weilt die schweizerisch-finnische Doppelbürgerin in Aspen. Für die überzeugenden Leistungen im Weltcup hat sie ihre erste Einladung an die prestigeträchtigen X-Games im Nobelort im US-Staat Colorado erhalten. Lüdi hat seit dem Saisonauftakt in Innichen aufregende Tage und Wochen erlebt. Die Aufsteigerin beschreibt den schnellen Vorstoss an die Spitze der Disziplinenwertung als eine «logische Folge». Die Geschwindigkeit überraschte aber auch die Oberaargauerin. «Ich wollte mich heuer nicht von Beginn an unter Druck setzen, mein Ziel ist und bleibt der Gesamtweltcup. Und dies setzt per se keinen Superstart voraus.»

Erfolgreiches Mentaltraining

Nach zwei zweiten und einem neunten Rang sowie den beiden Siegen in Frankreich (Alpe d’Huez, Les Contamines) sieht die Lage bereits jetzt ausgezeichnet aus. Lüdis Qualitäten waren schon vorher unbestritten. Nun hat die Blondine gelernt, «im richtigen Moment Vollgas zu geben». Sie begründet die konstant starken Leistungen mit dem erfolgreichen Mentaltraining. «Vorher wollte ich immer mit dem Kopf durch die Wand. Nun habe ich gemerkt, dass es nicht nur auf die Tagesform ankommt, sondern auch darauf, die Kräfte clever einzusetzen.» Als Beispiel fügte Lüdi den Sieg in Contamines an, als sie im ersten K.-o.-Lauf das Out vermied und dann im Final zuschlug, als die Konkurrenz patzte.

Fehler wie an den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver würden ihr nicht mehr unterlaufen. «Sinnlose Angriffe für eine Topzeit in der Qualifikation wird es nicht mehr geben. Man kann Rennen auch sonst gewinnen.» Es habe drei, vier Jahre gedauert, bis sie von der Alpinfahrerin (acht Einsätze in Europacuprennen) zur Skicross-Athletin gereift sei, sagte die extrem ehrgeizige Bernerin, die einst mit Dominique Gisin, Nadja Kamer und Lara Gut trainiert hat.

Lob vom Weltcup-Leader

«Vielleicht habe ich ja die Hosen voll», sagt Lüdi vor ihrem X-Games-Debüt lachend. Wohl kaum, denn Lüdi gilt als besonders mutige Fahrerin. Sie hat im Gletschertraining von Saas Fee ab und zu gar bessere Zeiten erzielt als einige Männer. Das weiss auch der aktuelle Skicross-Weltcup-Leader und Lüdis Teamkollege Alex Fiva. Der bald 26-jährige Bündner zollt seiner langjährigen Weggefährtin Respekt: «Sanna kennt kein Pardon.» (SI)