Der Beitrag aus der Sendung «Tierisch» auf Tele M1.

Tele M1

Tierisch
Fledermäuse in Not: Ein Besuch auf der Notpflegestation des Zoo Zürich

In der Fledermaus-Notpflegestation im Zoo Zürich werden jährlich bis zu 300 verirrte, erschöpfte, verwaiste und verletzte Fledermäuse professionell gepflegt. Die Sendung «Tierisch» auf Tele M1 hat der Einrichtung einen Besuch abgestattet.

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Rund 30 kleine Fledermäuse werden derzeit vom Team der Fledermaus-Notpflegestation im Zoo Zürich betreut. Tierärztin Katja Schönbächler erklärt gegenüber der Sendung «Tierisch»: «Wenn die Tiere noch klein sind, müssen sie den ganzen Tag betreut und alle ein bis zwei Stunden gefüttert werden.»

Auf die Notpflegestation kommen vor allem verwaiste Jungtiere oder verletzte und unterernährte erwachsene Fledermäuse. Hier werden sie so lange aufgepäppelt, bis die Tiere zurück in die Natur können. Ausgewachsene Fledermäuse werden mit Mehlwürmern gefüttert während die Jungtiere eine Ersatzmilch mit allen für sie nötigen Nährstoffe erhalten.

Die Tiere werden immer von der gleichen Pflegerin betreut. Gerade für die kleinen Fledermäuse sei dies sehr wichtig, da sie sich stark an eine Person gewöhnen. «Wir haben gemerkt, dass die Tiere teilweise schlechter assen, wenn wir die Pflegeperson gewechselt haben», erklärt Schönbächler. «Sie gewöhnen sich an den Geruch der Pflegerin, ihren Herzschlag und an die Art, wie sie von ihr gefüttert werden.»

Obwohl die kleinen Fledermäuse in der Notpflegestation von Hand aufgezogen werden, braucht man ihnen das Jagen nicht beizubringen. Dies tun sie automatisch, wenn sie zum ersten Mal wieder in die Natur freigelassen werden. Auch von den Pflegerinnen wollen die Tiere irgendwann nichts mehr wissen. «Zum Glück findet eine natürliche Abnabelung statt», erklärt Schönbächler. «Wenn die Tiere langsam flügge werden, beginnen sie zu schimpfen, wenn man sie hochnehmen will. Dann ist der Zeitpunkt da, sie gehen zu lassen.» (luk)

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