Bangladesch

92 Franken im Monat: Proteste der Textilarbeiter in Bangladesch werden härter

Textilarbeiterin in Dhaka (Symbolbild)

Textilarbeiterin in Dhaka (Symbolbild)

Die Proteste der Textilarbeiter in Bangladesch gewinnen an Schärfe: Am Dienstag versammelten sich den zweiten Tag in Folge zehntausende Demonstranten in Ashulia am Rande der Hauptstadt Dhaka und forderten einen höheren Mindestlohn.

Sie protestieren aus einem guten Grund: Die Textilarbeiter in Bangladesch fordern einen höheren Mindestlohn - von 35 Franken auf 92 Franken, im Monat wohlverstanden.

Dazu blockierten sier den zweiten Tag in Folge eine wichtige Durchgangsstrasse und warfen an drei Stellen mit Steinen, wie der für das Gebiet zuständige Polizeioffizier Abdus Sattar der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die Polizei habe Tränengas und Gummigeschosse in die Menge gefeuert.

Berichten lokaler Medien zufolge wurden zahlreiche Menschen verletzt.

Aus Sorge vor Übergriffen blieben rund 200 Textilfabriken geschlossen, wie der Verband der Textilhersteller und -exporteure mitteilte.

Die Demonstranten forderten eine Anhebung des Mindestlohns von derzeit 3000 Taka (35 Franken) auf 8114 Taka (92 Franken pro Monat.

Eine Kommission aus Arbeitergebern, Gewerkschaften und Regierungsvertretern hatte jüngst eine Anhebung auf 5300 Taka vorgeschlagen.

Dies ist vielen Beschäftigten zu niedrig - der Verband der Hersteller und Exporteure dagegen weist den Vorschlag als zu hoch zurück.

Rang zwei hinter China

Die Textilarbeiter in Bangladesch gehören zu den am niedrigsten bezahlten der Welt.

Der derzeit geltende Mindestlohn reicht nach Gewerkschaftsangaben nicht aus, um in Würde zu leben. Dazu kommen die schlechten Arbeitsbedingungen.

Im April war das Fabrikgebäude Rana Plaza eingestürzt; mehr als 1100 Menschen wurden getötet. Auch bei Bränden in Textilfabriken starben hunderte Arbeiter.

Bangladesch ist nach China der zweitgrösste Produzent von Textilien weltweit. Die rund 4500 Fabriken im Land produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Deren Wert beläuft sich auf fast 25 Milliarden Franken jährlich.

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