Beschattungs-Affäre

«Absolut inakzeptabel»: Credit Suisse-Chef Rohner entschuldigt sich bei Khan – Betroffenheit über Tod von Privatermittler

Im Beschattungs-Skandal um den ehemaligen CS- und neu UBS-Banker Iqbal Khan äusserte sich heute Vormittag erstmals der Verwaltungsrat der Credit Suisse. Präsident Urs Rohner wurde deutlich.

Nach langem Schweigen hat nun also der Verwaltungsrat der Grossbank Credit Suisse Stellung zum Beschattungs-Skandal genommen. An einer Medienkonferenz in Zürich sagte CS-Präsident Urs Rohner, die Überwachung des zur UBS wechselnden Bankers Iqbal Khan «war absolut inakzeptabel».

Über das Vorgehen sei man im CS-Verwaltungsrat «erzürnt und betroffen» gewesen, so Rohner. Für die Zukunft könne man ein derartiges Vorgehen ausschliessen. «Wir werden solche Überwachungsmassnahmen nicht tolerieren.» Das Ganze sei ein Einzelfall gewesen und stünde im Widerspruch zur Firmenkultur der CS.

CS-Bespitzelungsaffäre: Rohner entschuldigt sich

CS-Bespitzelungsaffäre: Rohner entschuldigt sich

Am Mittwochmorgen informierte die Credit Suisse an einer Pressekonferenz über die neusten Entwicklungen rund um die Bespitzelungsaffäre: Zwei CS-Topshots müssen gehen, CEO Tidjane Thiam wusste angeblich von nichts.

Keine Beweise für Beteiligung Thiams

Rohner und der Vorsitzende der Prüfungskommission, John Tiner, stellten klar, dass seitens der CS nur zwei Personen beteiligt gewesen seien: Sicherheitschef Remo Boccali sowie COO (Chief Operating Officer) Pierre-Olivier Bouée. Von beiden trennt sich die Bank per sofort. Konzernchef Tidjane Thiam sei nicht involviert gewesen. Man habe keinerlei Beweise dafür gefunden, dass der CEO von der Beschattung Khans wusste, sagte Tiner. Die Untersuchung, geleitet von der Anwaltskanzlei Homburger, habe das klar ergeben. Der Verwaltungsrat, ergänzte Rohner, stehe hinter Thiam.

Rohner entschuldigt sich

VR-Präsident Rohner machte deutlich, dass die Reputation der Credit Suisse gelitten habe. Er entschuldigte sich sowohl bei den CS-Kunden, als auch bei Iqbal Khan und dessen Familie für die «unverhältnismässige Massnahme». Die Überwachung, so Rohner, sei falsch gewesen.

«Mit Trauer und Betroffenheit» habe Rohner den Tod eines externen Sicherheitsberaters zur Kenntnis nehmen müssen. Der Mittelsmann, der zwischen der Sicherheitsabteilung der CS und dem Detektivbüro vermittelt haben soll, hat sich laut Medienberichten in der vergangenen Woche das Leben genommen.

Lesen Sie hier den Liveticker zur Medienkonferenz nach:

Autor

Fabian Hock

Meistgesehen

Artboard 1