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AEK: Neue Aktionäre aus dem Baselbiet

Die Stromversorgerin EBM sucht neue Absatzmärkte. (key)

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Die Stromversorgerin EBM sucht neue Absatzmärkte. (key)

Die baselländische Stromversorgerin EBM sucht neue Absatzmärkte. Im Visier hat sie den Jurasüdfuss. Dazu will die EBM ihre 2008 aufgebaute Beteiligung an der Solothurner AEK «substanziell» erhöhen. Auch die EBL Liestal hat sich beteiligt.

Franz Schaible

2008 ist es im Aktionariat der Solothurner Energieversorgerin AEK Energie AG zu grösseren Veränderungen gekommen. So verkaufte die Regio Energie Solothurn ihr Vier-Prozent-Aktienpaket an der AEK an die Berner BKW (wir berichteten). Ebenfalls 2008 erhielt die AEK zwei neue Aktionäre, wie erst jetzt publik wurde. «Wir haben vier Prozent des Aktienkapitals der AEK erworben», bestätigt Hans Büttiker, CEO der Elektra Birseck Münchenstein (EBM), einen Bericht des Baslers Newsdienstes Online Reports.

Brisant ist, dass «die EBM eine substanzielle Beteiligung an der AEK aufbauen will», wie Büttiker ergänzt. Darunter versteht er einen Anteil zwischen sechs und zehn Prozent. Das Aktienkapital ist eingeteilt in 6000 Titel. Hintergrund der teuren «Aktion» - die Aktie kostet im Handel zurzeit rund 48 000 Franken - ist die Suche nach neuen Absatzmärkten, wie Büttiker erklärt. Der Stromkuchen im Gross-raum Basel sei verteilt. Deshalb schielt die EBM nun nach den Regionen am Jurasüdfuss.

Mehr Einfluss und Verwaltungsrat

Deren Eroberung soll über die AEK erfolgen. «Wir streben mit einer grösseren Beteiligung einen Sitz im Verwaltungsrat an, um somit bei der AEK mehr Einfluss zu haben», erklärt Büttiker. Ziel der genossenschaftlich organisierten EBM sei es letztlich, operativ enger mit dem Solothurner Stromversorger zusammenzuarbeiten. Die Absicht - eine substanzielle Beteiligung an der AEK aufzubauen - habe man der Alpiq (ex-Atel) kundgetan, bemerkt der EBM-Chef weiter. Alpiq besitzt aktuell 38,7 Prozent an der AEK, 39,5 Prozent gehören der Berner BKW, der Rest ist breit gestreut. «Es handelt sich aber um keinen feindlichen Übernahmeangriff auf die AEK», beschwichtigt Büttiker.

«Keine feindliche Attacke»

Auch Urs Steiner, Chef der Elektra Baselland Liestal (EBL), verneint «eine feindliche Attacke». Dabei hat sich ebenso die EBL im vergangenen Jahr mit 2,7 Prozent am Aktienkapital des Solothurner Versorgers eingekauft. «Mit dieser Beteiligung wollen wir unsere Verbundenheit mit der AEK zeigen», versucht Steiner zu beruhigen. Man arbeite mit der AEK schon eng zusammen, insbesondere im Bereich Wärmeverbund und Pellets. So besitzt die EBL bekanntlich seit einem Jahr 15 Prozent an der AEK Pellet AG. Gleichzeitig will Steiner eine Erhöhung der AEK-Beteiligung aber nicht definitiv ausschliessen: «Im Rahmen einer partnerschaftlichen Bewegung könnte man sich das vorstellen.»

Hinter den Änderungen im Aktionariat sieht Ulrich Bucher, Verwaltungsratspräsident der AEK Energie AG, «keinen Grund zur Beunruhigung». Es gebe keine offiziellen Kontakte. Und ein grösserer Einstieg wäre letztlich nur möglich, wenn einer der beiden Hauptaktionäre, BKW oder Alpiq, bereit wären, Anteile zu verkaufen. Zumindest bei Alpiq können die Baselländer auf gute Kontakte zählen. Gehört die EBM mit 14 Prozent und die EBL mit 7 Prozent doch zu den gewichtigen Alpiq-Aktionären.
Und EBM-Chef Hans Büttiker und AEK-Präsident Ulrich Bucher können sich bei der nächsten Session im Solothurner Rathaus «beschnuppern». Sitzen doch beide im Kantonsrat

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