Eine Flugzeugmesse wie die soeben zu Ende gegangene Air Show Le Bourget bei Paris ist der passende Anlass, an dem die Flugzeughersteller, vor allem Airbus und der US-Konkurrent Boeing, ihre Muskeln spielen lassen können.

Wer hat mehr in seinen Bestellbüchern? Wer kann mit News auftrumpfen?

Konjunkturell herrscht gutes Flugwetter. Noch nie seien so viele Jets bestellt worden, sagen die Messeverantwortlichen.

Aufträge im Wert von 115 Milliarden Euro (141 Milliarden Franken). Allein Airbus und Boeing verkauften 466 bzw. 442 Jets.

Damit geht das Duell zugunsten der Europäer aus. Der Flugzeugbau ist mittlerweile der letzte Industriebereich, in der Europa technologisch und kommerziell weltweit ganz vorne dabei ist.

Eingeschenkt hat vor allem die Bestellung von 100 Airbus 320 für Easyjet. Doch die Zahlen können täuschen. Easyjet kann die Bestellung reduzieren, wenn das Geschäft schlecht läuft.

Und ob Airbus viel daran verdient, ist auch offen: Gemäss Brancheninsidern habe Easyjet einen Rabatt von gegen 50 Prozent auf den Listenpreis von 92,3 Millionen Dollar bekommen.

Grosse Preisnachlässe sind in der Branche üblich: Man versucht damit, die Konkurrenz auszustechen.

Die Jets der neuen Generation sind innerhalb ihrer Grösse technologisch, leistungsmässig und auch äusserlich sehr ähnlich. Warum? Die aerodynamischen Gesetze sind dies- und jenseits des Atlantiks dieselben.

m Rampenlicht A350, ein zweistrahliges Grossraumflugzeug mit einer Kapazität von 250 bis 300 Passagieren. Das auf Druck von Grosskunden neu konzipierte Flugzeug weist einen Rumpf aus Kohlenstofffasern auf. Damit wird das Flugzeug leichter und verbraucht bis zu 25 Prozent weniger Treibstoff. Der A350 ist nicht nur die Alternative zur Boeing-787 und -777, sondern auch Ersatz für ältere Airbus-Modelle A330 und A340. Airbus verkaufte jetzt in Paris 29 A350 sowie Optionen für 25 weitere. Der Renner Die A320er-Familie. Bisher sind 9600 Maschinen bestellt und 5600 ausgeliefert. Die Kurz- und Mittelstreckenmaschinen transportieren zwischen 130 und 200 Passagiere. Der A320neo ist eine Variante mit neuen, spritsparenden Triebwerken, die ab 2015 ausgeliefert wird. Diese Baureihe konkurriert mit den B737-Modellen von Boeing. Easyjet und Lufthansa orderten zusammen mit weiteren in Paris 391 Stück des A320. Der Flop Die A340-500. Auch wenn Boeing streut, dass der A380 von Airbus kaum Kunden findet: Der A340 der Baureihe 500 liess sich nur 30 Mal verkaufen. Das vierstrahlige Flugzeug ist für ultralange Strecken gedacht. Singapore Airways fliegt damit in 18 Stunden nonstop von Singapur nach New York. Allerdings geht die Treibstoffzuladung bei solchen Strecken zulasten der Nutzlast und damit der Profitabilität. Für VIPs Auch wenn ein Prinz aus Saudi-Arabien einen A380 besitzen soll - das Standard-VIP-Flugzeug basiert auf dem A319. Es wird von einigen Regierungen, aber auch als Firmenflugzeug genutzt. Kunden haben die Wahl zwischen den Airbus-Standardeinbauten oder Spezialanfertigungen mit allem erdenklichen Luxus und Inneneinrichtungen inklusive Betten und Duschen. Der Hersteller Airbus ist eine Tochtergesellschaft von EADS, einem europäischen Flugzeug- und Rüstungskonzern. Hauptsitz von Airbus ist Toulouse. In dieser südfranzösischen Stadt sind die wichtigsten Entwicklungs- und Produktionsstätten. Weitere Fertigungsstrassen sind in Deutschland, Grossbritannien und in Spanien.Airbus liefert mit 62 000 Mitarbeitern jährlich 500 Flugzeuge aus. Laut den Schätzungen von Morgan Stanley wird EADS in diesem Jahr einen Umsatz von 59,4 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von 3,5 Milliarden Euro erzielen.Minderheitsaktionär Spanien hat bereits im April den Anteil weiter reduziert. Der französische Medienkonzern Lagardiere sowie der deutsche Daimler-Konzern möchten ihre Anteile in diesem Jahr auch reduzieren beziehungsweis verkaufen. (Nik)

Airbus

m Rampenlicht A350, ein zweistrahliges Grossraumflugzeug mit einer Kapazität von 250 bis 300 Passagieren. Das auf Druck von Grosskunden neu konzipierte Flugzeug weist einen Rumpf aus Kohlenstofffasern auf. Damit wird das Flugzeug leichter und verbraucht bis zu 25 Prozent weniger Treibstoff. Der A350 ist nicht nur die Alternative zur Boeing-787 und -777, sondern auch Ersatz für ältere Airbus-Modelle A330 und A340. Airbus verkaufte jetzt in Paris 29 A350 sowie Optionen für 25 weitere. Der Renner Die A320er-Familie. Bisher sind 9600 Maschinen bestellt und 5600 ausgeliefert. Die Kurz- und Mittelstreckenmaschinen transportieren zwischen 130 und 200 Passagiere. Der A320neo ist eine Variante mit neuen, spritsparenden Triebwerken, die ab 2015 ausgeliefert wird. Diese Baureihe konkurriert mit den B737-Modellen von Boeing. Easyjet und Lufthansa orderten zusammen mit weiteren in Paris 391 Stück des A320. Der Flop Die A340-500. Auch wenn Boeing streut, dass der A380 von Airbus kaum Kunden findet: Der A340 der Baureihe 500 liess sich nur 30 Mal verkaufen. Das vierstrahlige Flugzeug ist für ultralange Strecken gedacht. Singapore Airways fliegt damit in 18 Stunden nonstop von Singapur nach New York. Allerdings geht die Treibstoffzuladung bei solchen Strecken zulasten der Nutzlast und damit der Profitabilität. Für VIPs Auch wenn ein Prinz aus Saudi-Arabien einen A380 besitzen soll - das Standard-VIP-Flugzeug basiert auf dem A319. Es wird von einigen Regierungen, aber auch als Firmenflugzeug genutzt. Kunden haben die Wahl zwischen den Airbus-Standardeinbauten oder Spezialanfertigungen mit allem erdenklichen Luxus und Inneneinrichtungen inklusive Betten und Duschen. Der Hersteller Airbus ist eine Tochtergesellschaft von EADS, einem europäischen Flugzeug- und Rüstungskonzern. Hauptsitz von Airbus ist Toulouse. In dieser südfranzösischen Stadt sind die wichtigsten Entwicklungs- und Produktionsstätten. Weitere Fertigungsstrassen sind in Deutschland, Grossbritannien und in Spanien.Airbus liefert mit 62 000 Mitarbeitern jährlich 500 Flugzeuge aus. Laut den Schätzungen von Morgan Stanley wird EADS in diesem Jahr einen Umsatz von 59,4 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von 3,5 Milliarden Euro erzielen.Minderheitsaktionär Spanien hat bereits im April den Anteil weiter reduziert. Der französische Medienkonzern Lagardiere sowie der deutsche Daimler-Konzern möchten ihre Anteile in diesem Jahr auch reduzieren beziehungsweis verkaufen. (Nik)

Zu früh ist nicht immer gut

Spannend ist das Duell der beiden Giganten im Bereich der mittelgrossen Langstreckenflieger.

Der Vorteil, zuerst auf dem Markt zu sein, kann auch Nachteile haben: Die Technologie ist vielleicht zu wenig ausgereift und erfordert Nachbesserungen.

Das hat Boeing mit ihrer B-787 «Dreamliner» spüren müssen. Auf die Bestellzahlen hat sich das allerdings nicht merklich ausgewirkt. Fünf Fluggesellschaften haben insgesamt 102 B-787 bestellt.

Das war gleichzeitig der Startschuss für eine verlängerte Version. Nun seien total 890 «Dreamliner» in den Bestellbüchern, sagte ein Boeing-Sprecher in Le Bourget der «Nordwestschweiz».

Ausgestanden sind die Probleme beim neuen Flieger nicht.

Im Rampenlicht B787 «Dreamliner», ein zweistrahliges Grossraumflugzeug mit einer Kapazität von 200 bis 300 Passagieren. Das als Ersatz für die ältere B767 konzipierte Flugzeug weist einen Rumpf aus Kohlenstofffasern auf. Damit wird das Flugzeug leichter und verbraucht weniger Treibstoff. Die 787 hatte drei Jahre Verzögerungen aufgrund von Problemen mit Lieferanten, dem Kohlenfaserrumpf und zuletzt ein Grounding der Flotte nach Batteriebränden. Der Dreamliner konkurrierte die Airbus-Modelle A330 und A340 sowie den neuen A350. In Paris kamen 50 Bestellungen und 55 Optionen herein. Der Renner Die B737-Familie. Bisher sind 11 000 Maschinen bestellt. Alle fünf Sekunden startet oder landet weltweit eine B737. Ständig sind 1500 Maschinen in der Luft. Die Kurz- und Mittelstreckenmaschinen transportieren zwischen 130 und 200 Passagiere. Das Design ist über 50 Jahre alt. Deshalb muss Boeing wesentlich mehr für die Weiterentwicklung verändern, weil die ganz neuen Triebwerke zu gross für die tief gelegten Tragflächen sind. Das Nachfolgemodell B737Max tritt gegen den A320Neo an. In Paris kauften Ryanair und Tui die B737. Boeing meldet 364 Bestellungen und Optionen. Der Flop Die B747-8. Auch wenn Boeing von den «Jumbo Jet»-B747-Baureihen 100, 200, 300 und 400 insgesamt über 1500 Stück absetzte: Von der jüngsten Weiterentwicklung B747-8 verkaufte Boeing erst 45 Passagier- und 65 Frachtflugzeuge. Lufthansa betreibt die grösste B747-8-Flotte weltweit. Das Flugzeug tritt gegen den A380 von Airbus an. In Paris orderte Korean Air 5 Optionen für die B787-8. Für VIPs Die «Air Force One» des US-Präsidenten basiert auf der B747. Einige weitere Regierungen nutzen dieses Muster ebenfalls als Präsidentenmaschinen. Andere mieten jeweils einen Jumbo Jet ihrer nationalen Fluggesellschaften, wenn der Staatschef auf Reisen geht. Die B737 ist auch ein beliebtes VIP-Flugzeug, bei dem sich Magnaten aus Russland oder dem Nahen Osten mit exklusivem Interieur übertrumpfen. Der Hersteller Boeing ist der weltweit grösste Hersteller von zivilen und militärischen Flugzeugen. Im letzten Jahr lieferten die 172 000 Mitarbeiter über 600 zivile Flugzeuge aus. Die Analysten von Jefferies erwarten für dieses Jahr einen Umsatz von 85,5 Milliarden US-Dollar und einen Betriebsgewinn von 6,1 Milliarden Dollar.Die grösste Herausforderung von Boeing sind die extrem schwankenden Bestellungseingänge sowie die Verzögerungen bei der Einführung der neuen B787 und der Weiterentwicklung der B737. (Nik)

Boeing

Im Rampenlicht B787 «Dreamliner», ein zweistrahliges Grossraumflugzeug mit einer Kapazität von 200 bis 300 Passagieren. Das als Ersatz für die ältere B767 konzipierte Flugzeug weist einen Rumpf aus Kohlenstofffasern auf. Damit wird das Flugzeug leichter und verbraucht weniger Treibstoff. Die 787 hatte drei Jahre Verzögerungen aufgrund von Problemen mit Lieferanten, dem Kohlenfaserrumpf und zuletzt ein Grounding der Flotte nach Batteriebränden. Der Dreamliner konkurrierte die Airbus-Modelle A330 und A340 sowie den neuen A350. In Paris kamen 50 Bestellungen und 55 Optionen herein. Der Renner Die B737-Familie. Bisher sind 11 000 Maschinen bestellt. Alle fünf Sekunden startet oder landet weltweit eine B737. Ständig sind 1500 Maschinen in der Luft. Die Kurz- und Mittelstreckenmaschinen transportieren zwischen 130 und 200 Passagiere. Das Design ist über 50 Jahre alt. Deshalb muss Boeing wesentlich mehr für die Weiterentwicklung verändern, weil die ganz neuen Triebwerke zu gross für die tief gelegten Tragflächen sind. Das Nachfolgemodell B737Max tritt gegen den A320Neo an. In Paris kauften Ryanair und Tui die B737. Boeing meldet 364 Bestellungen und Optionen. Der Flop Die B747-8. Auch wenn Boeing von den «Jumbo Jet»-B747-Baureihen 100, 200, 300 und 400 insgesamt über 1500 Stück absetzte: Von der jüngsten Weiterentwicklung B747-8 verkaufte Boeing erst 45 Passagier- und 65 Frachtflugzeuge. Lufthansa betreibt die grösste B747-8-Flotte weltweit. Das Flugzeug tritt gegen den A380 von Airbus an. In Paris orderte Korean Air 5 Optionen für die B787-8. Für VIPs Die «Air Force One» des US-Präsidenten basiert auf der B747. Einige weitere Regierungen nutzen dieses Muster ebenfalls als Präsidentenmaschinen. Andere mieten jeweils einen Jumbo Jet ihrer nationalen Fluggesellschaften, wenn der Staatschef auf Reisen geht. Die B737 ist auch ein beliebtes VIP-Flugzeug, bei dem sich Magnaten aus Russland oder dem Nahen Osten mit exklusivem Interieur übertrumpfen. Der Hersteller Boeing ist der weltweit grösste Hersteller von zivilen und militärischen Flugzeugen. Im letzten Jahr lieferten die 172 000 Mitarbeiter über 600 zivile Flugzeuge aus. Die Analysten von Jefferies erwarten für dieses Jahr einen Umsatz von 85,5 Milliarden US-Dollar und einen Betriebsgewinn von 6,1 Milliarden Dollar.Die grösste Herausforderung von Boeing sind die extrem schwankenden Bestellungseingänge sowie die Verzögerungen bei der Einführung der neuen B787 und der Weiterentwicklung der B737. (Nik)

Gestern wurde publik, dass eine B-787 wegen einer mangelhaften Bremsanzeige umkehren musste. Vergangene Woche waren es Probleme mit dem Ölstand und dem Ölfilter.

An einer Flugshow ist naturgemäss von den Flugzeugen die Rede, die bestellt werden. Nicht von Flops. Schwer verkäuflich scheint der gestreckte Jumbo B-747-800.

Still wurde es auch um den Sonderling A-318, der kleinste Vogel der Airbus-Familie.

Das Verdikt: zu schwer, zu teuer. Die grossen Konkurrenten sind hier die kleinen: die Regionaljets aus Kanada und Brasilien