Reisen
Badeferien werden für Schweizer wieder teurer – früh buchen lohnt sich wieder

Wegen des schwächeren Frankens müssen Schweizer nach Jahren wieder mehr für Ferien im Ausland zahlen. Dafür fallen die Frühbucherrabatte, mit denen Reiseveranstalter seit Jahren gegen den Last-Minute-Trend ankämpfen, in diesem Jahr besonders üppig aus.

Robert Wildi
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Wer früh bucht, badet im Sommer günstiger.Thinkstock

Wer früh bucht, badet im Sommer günstiger.Thinkstock

Getty Images/iStockphoto

Airlines verschwinden im Akkord vom Himmel. Jüngstes Promi-Opfer des tobenden Preiskriegs in der Luft ist Air Berlin, über Jahre ein gewichtiger Marktplayer der Schweizer Ferienfliegerei. In die Bresche springen Konkurrenten wie Swiss, Edelweiss und andere, die einen Teil der ehemaligen Air-Berlin-Strecken übernehmen. Als Folge der Konzentration auf weniger Fluganbieter und der jüngsten Abschwächung des Schweizer Frankens steigen die Ferienpreise für 2018 nach Jahren erstmals wieder an. Das bestätigt der Schweizer Reise-Verband. In der Branche geht man von einer Verteuerung um fünf bis zehn Prozent aus. Wer sein Portemonnaie trotzdem schonen will, sollte sich rasch für das gewünschte Ferienangebot im Sommer 2018 entscheiden und zur Buchung schreiten. Denn die Frühbucherrabatte, mit denen Reiseveranstalter seit Jahren gegen den Last-Minute-Trend ankämpfen, fallen in diesem Jahr besonders üppig aus.

Das gilt etwa für die Traditionsanbieter Kuoni und Helvetic Tours, die neu in deutscher Hand sind und unter dem Namen DER Touristik Suisse AG firmieren. Mit Hotelpreis-Rabatten bis zu 40 Prozent gegenüber einer späten Buchung belohnen sie Kunden, die ab sofort bis Februar eine Reise für die Sommersaison, die von Mai bis Oktober 2018 dauert, fix buchen.

Es locken zum Beispiel Juli-Ferienwochen in einem ägyptischen Fünfsternhotel im Badeort Hurghada samt Swiss-Flug, Transfers und All-inclusive-Mahlzeiten zum Schnäppchenpreis von 635 Franken pro Person. Sogar satte 55 Prozent Rabatt auf den Hotelpreis gewährt Helvetic Tours für Sommeraufenthalte in bestimmten Häusern auf Mauritius, sofern sie frühzeitig gebucht werden. Dass die Ferienpreise für 2018 insgesamt eher ansteigen, wird bei DER Touristik gleichwohl nicht verneint. «Die Folgen des gestiegenen Eurokurses können unsere Frühbucher aber für zahlreiche Angebote mehr als wettmachen», sagt CEO Dieter Zümpel.

Weniger Buchungstourismus

Zur frühzeitigen Ferienbuchung für 2018 raten auch andere Reiseveranstalter. Andi Restle etwa, Geschäftsführer von ITS Coop Travel, beobachtet nach dem Wegfall von Air Berlin trotz einem Ausbau der Konkurrenz ein eher knappes Flugplatzangebot für viele beliebte Badeferienziele. Speziell auf den mit Touristenmassen überfluteten Balearen-Inseln Mallorca oder Ibiza hätten auch zahlreiche Hoteliers im Hinblick auf 2018 mit Preisaufschlägen reagiert. Auch bei ITS Coop können Kunden von Frühbucherrabatten auf den Hotelpreisen bis zu 30 Prozent profitieren. «Auf stabile und weiterhin sehr attraktive Preise dürfen sich Reisende in Destinationen wie Ägypten, Tunesien und Türkei verlassen», so Restle.

Gehör finden solche Botschaften auch bei der Kundschaft von Hotelplan Suisse, wo gemäss ersten Hochrechnungen ebenfalls eine Tendenz für frühzeitige Buchungen feststellbar ist. Besonders begehrt, da nach dem Terror 2015 zwischenzeitlich lahmgelegt und daher sehr günstig, sei Tunesien. «Das zeigt, dass sich unsere Kunden von externen Faktoren wie Terroranschlägen oder Naturkatastrophen auf Dauer nicht vom Reisen abhalten lassen», sagt CEO Kurt Eberhard.

Stark auf die Familien setzt für 2018 TUI Suisse, wo bis Ende November günstige Kinderfestpreise in 200 Hotels rund ums Mittelmeer gebucht werden konnten. «Wir haben unsere Familienangebote auf das kommende Jahr um 10 Prozent ausgebaut», sagt CEO Martin Wittwer. Besondere Freude bereitet ihm, dass der bei der TUI-Kundschaft zuletzt ausgeprägte Buchungstourismus nach Deutschland infolge des erstarkten Euros rückläufig ist. Während im Sommer 2016 noch 32 Pro- zent der Reservationen von Schweizer Kunden in deutschen TUI-Filialen getätigt wurden, waren es dieses Jahr noch 27 Prozent.

Thailand ist Spitzenreiter

Insgesamt scheinen die Aktivitäten der Schweizer Reiseveranstalter zur Lancierung des Reisesommers 2018 zu verfangen. Bei DER Touristik zeigt sich dies in Form eines deutlich höheren Buchungsvolumens als zum Vorjahreszeitpunkt, wie Dieter Zümpel bestä- tigt. «Aktueller Spitzenreiter unter den beliebtesten Strandferien-Destinationen 2018 ist Phuket in Thailand mit einem hohen Frühbucheranteil von 62 Prozent.»