Coronavirus - Schweiz

Bauerngewerkschaft kritisiert Schliessung der Märkte in der Schweiz

Die Westschweizer Bauerngewerkschaft Uniterre findet, man könnte Gemüsemärkte mit geeigneten Massnahmen weiterhin offenhalten. (Archivbild)

Die Westschweizer Bauerngewerkschaft Uniterre findet, man könnte Gemüsemärkte mit geeigneten Massnahmen weiterhin offenhalten. (Archivbild)

Die Westschweizer Bauerngewerkschaft Uniterre und weitere sozial engagierte Organisationen zeigen sich «bestürzt» über den Beschluss des Bundesrates, alle Märkte zu schliessen. Märkte unter freiem Himmel könnten sicher organisiert werden.

Die Schliessung sei eine Ungleichbehandlung gegenüber allen Lebensmittelgeschäften, hiess es am Freitag in einer Mitteilung. Zudem sei die Massnahme auch ein Irrtum, denn kurze Wege spielten für die Versorgung und die Ernährungssicherheit der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Die Schliessung der Märkte verstosse zudem gegen die Bundesverfassung, die besage, dass bäuerliche Betriebe, die den Boden bewirtschaften, unterstützt und gefördert werden müssten.

Die Pandemie-Situation sei paradox: grosse Vertriebsketten würden Lebensmittel importieren und könnten diese in kurzer Zeit verkaufen, dagegen sammle sich auf den Feldern, in den Kühlräumen und in den Kellern Vorräte an Lebensmitteln an, die von lokalen Produzenten verarbeitet würden. Das sei auch Lebensmittelverschwendung.

Uniterre zeigt sich in der Mitteilung überzeugt, dass ein Markt unter freiem Himmel auf sichere Weise organisiert werden kann, um die Risiken einer Ansteckung zu vermeiden. Die Unterzeichner der Medienmitteilung bitten den Bundesrat und die kantonalen Behörden, bei der Umsetzung geeigneter Massnahmen auf Märkten zu helfen.

Als mögliche Massnahmen nennt Uniterre grössere Abstände zwischen den Ständen, den Einsatz von zusätzlichem Personal für den Kundenservice, die Vermeidung des Kontaktes mit Obst und Gemüse oder Zivilschützer, die den Personenfluss regulieren.

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