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Berliner Waffel-Bäcker greift US-Donutriesen an – mithilfe von zwei Schweizer Quereinsteigern

«Wonder Waffel»: Im Zürcher Seefeld öffnet bald die dritte Filiale ihre Tore. HO

«Wonder Waffel»: Im Zürcher Seefeld öffnet bald die dritte Filiale ihre Tore. HO

Die Berliner Kette «Wonder Waffel» sagt «Dunkin' Donuts» den Kampf an und plant hierzulande bis zu 20 Filialen. Bisher gibt es in der Schweiz zwei Filialen – und dahinter stehen die beiden Gastro-Quereinsteiger Pedro de Brito und Robert Majic, beide Mitte 20 und gelernte Polymechaniker.

Sie sind das pure Gegenteil jedes veganen, glutenfreien Hipster-Restaurants: Die Geschäfte der Berliner Kette Wonder Waffel. In ihr warmes Gebäck kommt praktisch alles, was süss schmeckt: Schokoladensauce, Smarties, Raffaellos, Snickers, Oreos oder Toffifees. Und den Milchshake gibt es unter anderem mit Bananen und Erdnussbutter. Über 250 Variationsmöglichkeiten seien möglich, verspricht die Firma.

In der Schweiz gibt es bisher zwei Wonder-Waffel-Filialen. Dahinter stehen die beiden Gastro-Quereinsteiger Pedro de Brito und Robert Majic, beide Mitte 20 und gelernte Polymechaniker. «Wir haben das Konzept vor fünf Jahren während eines Ferienaufenthalts in Deutschland entdeckt und waren begeistert.»Die beiden Jungunternehmer sicherten sich die Rechte für den Schweizer Markt und eröffneten 2016 das erste Geschäft in Bern. Inzwischen ist ein weiteres im neuen Einkaufscenter «Mall of Switzerland» in Ebikon LU dazugekommen, und Mitte Juli öffnet die erste Zürcher Filiale im Seefeld. Eine Waffel kostet zwischen 9 und 15 Franken.

Belgier krebsten zurück

Bei drei Filialen soll es hierzulande nicht bleiben, sagt de Brito: «Langfristig planen wir mit 15 bis 20 Standorten.» Auf der Website werden Franchise-Partner gesucht. Details über die Franchise-Beziehung zur Berliner Firma verrät de Brito nicht, ob zum Beispiel eine jährliche Fixgebühr bezahlt wird und ob diese umsatzabhängig ist. Mit der bisherigen Entwicklung sei man aber zufrieden und das Kapital für die bisherigen Geschäfte habe man selber aufgebracht, ohne externen Investor.

«Auch in der Mall of Switzerland, in der es allgemein noch etwas harzt, sind unsere Zahlen sehr positiv», sagt der Aargauer. Und dies, obwohl sich ein zunehmender Teil der Konsumenten immer gesundheitsbewusster ernährt? «Unser Konzept funktioniert, und auf Wunsch gibt es unsere Waffeln und Saucen auch vegan, für Fitness-Fanatiker haben wir Proteinwaffeln und bei uns kann man auch einfach nur einen Kaffee trinken.»

Andere grosse Waffel-Ketten gab es in der Schweiz bisher nicht. Die belgische «The Waffle Factory» hatte zwar 2015 den Markteintritt mit einer Filiale in Zürich Oerlikon angekündigt, machte dann aber einen Rückzieher. Laut Sprecher Guillaume Desobry ist vorläufig keine Expansion geplant. Auch sonst ist die Schweizer Waffel-Welt noch dünn besiedelt: An der Zürcher Langstrasse gibt es eine «Mega Waffel»-Filiale, in St. Gallen «Waffle Keyfs» und an Foodtruck-Festivals den «Waffelkönig».

Insofern dürfte «Dunkin’ Donuts» der grösste direkte Konkurrent im Kampf um Kunden und gute Standorte sein. Die US-Grossbäckerei befindet sich mit Schweizer Franchisepartnern ebenfalls auf Expansionskurs. Acht Filialen existieren bereits, langfristig sind 35 Standorte das Ziel. Weltweit zählt «Dunkin’ Donuts» über 11 000 Filialen.

Davon ist die 2012 gegründete «Wonder Waffel» noch weit entfernt. Dennoch bringen es die Inhaber-Brüder Bahri und Ulvi Topcuoglu auf 30 Standorte in Deutschland und pro Jahr sollen bis zu 15 hinzukommen, auch im Ausland, wie die Inhaber auf Anfrage mitteilen. Noch dieses Jahr ist ein erstes Franchise-Geschäft in Houston, Texas, geplant und später eines in Dubai.

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