Davos

Bolsonaro gibt sich am WEF zahm – und speist im Migros-Restaurant

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat am Weltwirtschaftsforum in Davos eine wirtschaftliche Öffnung seines Landes angekündigt.(AP Photo/Markus Schreiber)

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat am Weltwirtschaftsforum in Davos eine wirtschaftliche Öffnung seines Landes angekündigt.(AP Photo/Markus Schreiber)

Er ist wohl einer der umstrittensten Besucher des WEF in diesem Jahr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro. Am Dienstag liess sich Bolsonaro in der Öffentlichkeit blicken. Und das ausgerechnet in einem Migros-Restaurant.

Gegenüber der Schweizer Illustrierten bestätigte der Sprecher von Migros Ostschweiz, Andreas Bühler, dass der brasilianische Präsident unter dem gewöhnlichen Volk speiste. Bolsonaro wurde daraufhin von Fans für seine «Bescheidenheit» gefeiert, schrieb die brasilianische Zeitung Valor.

Neben Lob erntete Bolsonaro auch spöttische Kommentare:

«Bolsonaro braucht fünf Minuten, um zu entscheiden, ob er lieber Pommes oder Kartoffelstock nehmen soll. Er kann sich nicht entschieden, was er essen will – man stelle sich vor, wie er über die Zukunft Brasiliens bestimmt.»

Nach dem Essen stand eine Rede vor 3000 Vertretern aus Wirtschaft und Politik auf dem Programm, Bolsonaro wurde vom WEF-Gründer Klaus Schwab mit den Worten «Wir müssen Brücken schlagen» empfangen.

Ähnliche Töne schlug der brasilianische Präsident an. Bolsonaro schien sichtlich bemüht, der versammelten Wirtschafselite zu gefallen. Brasilien wolle die Handelsbeziehungen zu anderen Ländern vertiefen und das Land für ausländische Investoren öffnen, sagte der Rechtspopulist bei seinem ersten internationalen Auftritt nach seiner Wahl. «Wir empfangen Sie mit offenen Armen.»

Seine wirtschaftsfreundlichen Ankündigungen dürften bei den WEF-Teilnehmern auf Anklang gestossen sein.

(jaw/chm)

Meistgesehen

Artboard 1