Banken

Chef-Wechsel bei der UBS: Die drei wichtigsten Erkenntnisse

Er gibt künftig die Richtung vor bei der UBS: Ralph Hamers

Er gibt künftig die Richtung vor bei der UBS: Ralph Hamers

Was die Ernennung von Ralph Hamers über die künftige Marschrichtung der grössten Schweizer Bank verrät

Der Wechsel an der Spitze der UBS stellt nicht nur im Zeitpunkt eine grosse Überraschung dar. Ralph Hamers, den Chef der niederländischen Grossbank ING hatte schlicht niemand auf der Karte. Aus der Personalie ergeben sich drei wesentliche Erkenntnisse:

  1. Sergio Ermotti hat seinen Kredit aufgebraucht. Die UBS hat im Januar ein enttäuschendes Jahresergebnis vorgelegt und die Leistungsziele nach unten angepasst. Weber und Ermotti selbst hatten ihre Enttäuschung über den seit langer Zeit flach verlaufenden Verlauf des Aktienkurses schon vor Jahresfrist zum Ausdruck gebracht und dabei das fehlende Verständnis der Investoren für die gute Leistung der Bank beklagt. Fakt ist aber, dass die Bewertung der UBS-Aktien seither weiter gesunken ist. Bis gestern notierten die UBS-Aktien rund 11 Prozent unter dem ausgewiesenen Eigenkapital pro Aktie. Vor Jahresfrist lag der Kursabschlag noch bei lediglich rund 3 Prozent. Andere europäische Grossbankaktien sind zwar noch deutlich tiefer bewertet, sie haben den Rückstand in den vergangenen Monaten aber verkleinert.
  2. Der kommende UBS-Chef Ralph Hamers kann als Versprechen für grundlegendere Veränderungen des UBS-Geschäftsmodells verstanden werden. Der 53-jährige kommt von der niederländischen Grossbank ING, die er seit 2013 leitet und für die er seit 1991 tätig ist. Unter Hamers hat ING das elektronische Banking stark vorangetrieben und auf digitalen Vertriebskanälen insbesondere in Deutschland und in den Benelux-Staaten zahlreiche neue Kunden angeworben. Der Finanzkonzern, der bis vor einigen Jahren auch eine eigene Versicherungsgesellschaft besass, vertreibt in einer Partnerschaft mit der französischen Axa auch Assekuranzprodukte. Die forcierte Kundenakquise fusst auf Hamers Überzeugung, dass Technologiefirmen wie Amazon, Google, Alibaba oder Facebook den traditionellen Banken zunehmend das Wasser abzugraben versuchen werden.
  3. Hamers dürfte die Prioritätensetzung der UBS verändern. Der Manger ist im Geschäft mit sogenannten Retail- oder Kleinkunden gross geworden. Er könnte das Geschäft der UBS Schweiz nach den bei ING gewonnenen Erfahrungen stärker forcieren und dessen Rentabilität mit Hilfe von digitalen Strategien zu steigern versuchen. ING betreibt auch keine Investment Bank. Dieser Umstand kann als Zeichen für gewertet werden, dass dieses Geschäft für die UBS keine hohe Bedeutung mehr geniesst. Auch in der globalen Vermögensverwaltung dürfte die UBS mit Hamers an der Spitze stärker auf Technologien setzen.

Ermotti: «Wir sind die beste Universalbank der Schweiz»

UBS-Chefwechsel: Das sagt die Führung

Die UBS kriegt einen neuen CEO. Sergio Ermotti geht, Ralph Hamers kommt. Der neue CEO ist Holländer und derzeit Chef der ING-Gruppe. Vor den Medien nahmen der scheidende UBS-Chef Sergio Ermotti und Verwaltungspräsident Axel Weber Stellung zum überraschenden Wechsel.

Meistgesehen

Artboard 1