Zweifel
Chips-Leader Zweifel freut sich auf die Fussball-WM

Die Zweifel Pomy-Chips AG hat ihre Führung im Heimmarkt ausgebaut, tut sich aber nach wie vor schwer, in Deutschland auf Touren zu kommen. Von der Fussball-WM verspricht sich die Firma einen Umsatzheber.

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Mathias Adank

Mathias Adank

Aargauer Zeitung

Ruedi Mäder

Mathias Adank, CEO des Höngger Familienunternehmens Zweifel, zeigt sich trotz deutlich gebremstem Umsatzwachstum mit dem letztjährigen Rekordabschluss zufrieden (vgl. Tabelle): Im Vorjahr war der Gesamtumsatz noch satte 8 Prozent gestiegen. Dazu hatten insbesondere der Firmenjubiläumseffekt (50 Jahre Zweifel) sowie die Fussball-Europameisterschaft beigetragen, das heisst der rege Verkauf der Panini-Fussballerbildchen in der Schweiz. Apropos Fussball: Mit Blick auf die WM in Südafrika im Juni/Juli hofft der CEO zusätzlich auf eine Grillsaison, die dem Chipskonsum traditionell zugutekommt.
Zweifels Kerngeschäft ist der Vertrieb eigenfabrizierter Kartoffelchips und gesalzener Snackartikel. Mehr als 90 Prozent der verarbeiteten landwirtschaftlichen Rohstoffe wurden letztes Jahr in der Schweiz beschafft.

In einem stabilen Gesamtmarkt hat Zweifel auf hohem Niveau weiter zugelegt. Im Unterschied zum Vorjahr wurde das Sortiment nicht verteuert. Dies dürfte nicht zuletzt mit dem von Händlerseite verstärkten Preisdruck zusammenhängen. Diesem kann sich selbst der Marktleader nicht gänzlich entziehen.

Keine Präsenz bei Aldi und Lidl

Vom Gesamtabsatz an Kartoffelchips in der Schweiz entfallen rund drei Viertel auf Markenartikel. Als gewichtigste Konkurrenz bezeichnet Adank die Eigenmarken der Grossverteiler. Zweifel profitiert ohne Zweifel von seiner breiten Präsenz; einzig in den Regalen der Discounter Lidl und Aldi ist man nicht vertreten. Daran soll sich auch nichts ändern. Klar zulegen möchte Adank mit seinem Team sobald wie möglich im Export, wo das Schwergewicht auf Südwestdeutschland liegt. Seit knapp zwei Jahren beliefert Zweifel rund 600 Filialen von Rewe und Edeka, ist jedoch bisher nicht auf Touren gekommen. Aber aus strategischen Gründen, so bekräftigt der Zweifel-CEO, arbeite man weiter hartnäckig daran, diesen grossen Nachbarmarkt zu erschliessen.

Die grösste Investition betraf im Vorjahr den Bau des neuen Hochregallagers in Spreitenbach für 15 Millionen Franken. 2009 wurde die Snacks-Produktion erweitert, aktuell wird unter anderem in die Abpacktechnik investiert. Adank verfolgt keine Alternative zur Fabrikation in der Schweiz. Sollte dereinst der Freihandel von Agrarprodukten mit der Europäischen Union Tatsache werden und der heutige Importschutz (Stichworte: Kontingentsregime und Einfuhrzoll) wegfallen, so würde wohl oder übel auch Zweifel darüber nachdenken müssen, einen Teil seiner Produktion und damit Arbeitsplätze auszulagern.

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