Wirtschaft

Dank neuer Strategie: Bank Vontobel kann trotz Krise gute Halbjahreszahlen präsentieren

Vontobel-CEO Zeno Staub konnte am Dienstag solide Zahlen präsentieren.

Vontobel-CEO Zeno Staub konnte am Dienstag solide Zahlen präsentieren.

Nach einem kurzen Einbruch hat sich das Volumen der verwalteten Vermögen bei Vontobel erholt. Das Ergebnis der Bank bewegt sich im Rahmen des Vorjahres.

(wap) Mit dem Geschäftsmodell als rein kundenzentriertes Investmenthaus ohne Firmenkundenkreditgeschäft sei Vontobel auch für die erwartete Rezession sicher aufgestellt, teilte die Bank Vontobel am Dienstag in einer Mitteilung zu den Halbjahreszahlen 2020 mit. Die Bank richte sich auf «langfristig steigende Erträge aus einer stabilen Kommissionsbasis» aus und nicht auf kurzfristige Transaktionserträge. So habe man trotz Kursschwankungen ein gutes Halbjahresergebnis erzielt.

Die relative Unabhängigkeit der Bank zeigt sich in den am Dienstag präsentierten Zahlen. Die betreuten Kundenvermögen hätten sich nach einem Tief wegen der Coronapandemie mit 218,6 Milliarden Franken gut erholt, so die Bank. Damit ist Vontobel wieder nahe bei den 226,1 Milliarden Franken, die zu Beginn des Jahres betreut wurden. Beim Netto-Neugeldwachstum liegt die Bank mit 7,4 Milliarden Franken (7,5 Prozent) über dem angestrebten Bereich von 4 bis 6 Prozent.

Stabiler Betriebsertrag

Dies zeigt sich auch beim Gewinn. Der Gewinn vor Steuern konnte laut Halbjahresbericht um 4 Prozent auf 156,1 Millionen Franken erhöht werden. Im ersten Halbjahr 2019 waren es 149,6 Millionen gewesen. Ohne Einmaleffekte, die vor allem durch die Kosten der Reorganisation verursacht wurden, beträgt das Gewinnwachstum 6 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 129,2 Millionen Franken und damit etwas unter dem Vorjahresergebnis von 131,1 Millionen Franken. Als Grund dafür gibt die Bank einen um 46 Prozent höheren Steueraufwand an. Im Gegensatz zum Vorjahr hätten keine latenten Steueransprüche geltend gemacht werden können.

Der Betriebsertrag blieb mit 623 Millionen gegenüber dem Vorjahr stabil. Die Profitabilität liege mit einem Aufwands-Ertrags-Verhältnis von 75 Prozent zwar über dem angestrebten Zielwert von maximal 72 Prozent, habe sich aber seit dem letzten Jahr verbessert, heisst es in der Mitteilung weiter.

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