Das KKL hat im Dezember eine innerbetriebliche Planung verabschiedet, derzufolge das Kraftwerk voraussichtlich Mitte Februar wieder ans Netz gehen soll. Das habe man der Strombörse in Leipzig so gemeldet, am Dienstagmorgen aber realisiert, dass dies unrealistisch sei. Der Grund: "Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi benötigt mehr Zeit».

So bestätigt KKL-Sprecherin Karin Giacomuzzi einen Bericht von TA online. Am Dienstagnachmittag rechnete man in Leibstadt damit, dass das Werk Freitagnacht wieder ans Netz gehen kann. Diese Information gab man auch der Strombörse in Leipzig, wo diese Daten öffentlich zugänglich sind.

Voraussetzung für das Wiederanfahren ist natürlich, dass das Ensi dafür grünes Licht gibt. Wenn es soweit ist "werde man dies aktiv kommunizieren", so Giacomuzzi. 

Leibstadt bleibt länger vom Netz

Leibstadt bleibt länger vom Netz

Der Reaktor des Atomkraftwerks Leibstadt wird morgen nicht gestartet. Grund dafür: Die Atomaufsichtsbehörde ENSI hat die Freigabe nicht erteilt.

Beim Ensi, dem eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat, will Mediensprecher Sebastian Huber nichts über die Gründe sagen. Das Ensi werde kommunizieren, wenn das Kernkraftwerk wieder ans Netz gehe.

Aktuell läuft auch eine Bürger-Petition, die einen Rückzug der Betriebsbewilligung durch das Ensi fordert.

Seit August 2016 vom Netz

Das Kernkraftwerk Leibstadt im Kanton Aargau hat im vergangenen Jahr 30 Prozent weniger Strom produziert als 2015. Der Grund ist ein mehrmonatiger Stillstand des Kernkraftwerks wegen Befunden an Brennelementen.

Das KKW an der Rheingrenze zu Deutschland wurde 1984 in Betrieb genommen. Weil es seit Anfang August 2016 still steht, wurden im vergangenen Jahr nur 6075 Gigawattstunden (GWh) Strom produziert, rund 30 Prozent weniger als im Jahr davor. Das teilte die Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) Anfang Januar mit. Jeder Produktionstag, der ausfällt, kostet die Betreiber rund 1,3 Millionen Franken. 

Bei den Brennstoffinspektionen waren lokale Verfärbungen als Anzeichen für Oxidation an mehreren Hüllrohren der Brennelemente entdeckt worden. Von den 648 Brennelementen des Reaktorkerns wiesen 47 Elemente Verfärbungen auf. Die Ensi ordnete die Befunde an den Hüllrohren im KKW im Rahmen der Internationalen Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse (INES) auf der zweituntersten Stufe 1 (Anomalie) ein.

Wiederanfahren für Februar geplant

Die Untersuchungen sind mittlerweile abgeschlossen. Die KKL AG reichte die Sicherheitsbewertungen im Dezember beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) ein. Die KKL AG erwartete, den Kernreaktor diesen Februar wieder hochfahren zu können.