Lenzburg
Der Aargau - ein fruchtbarer Acker für Banken

Die Migros-Bank kommt nach Lenzburg und weitet damit ihr Filialnetz aus. Der Aargau gehört aufgrund seiner wirtschaftlichen Dynamik und der Kaufkraft zu den Entwicklungsschwerpunkten der Bank.

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Migros-Bank

Migros-Bank

Aargauer Zeitung

Irena Jurinak

Die Profilstangen sind schon aufgestellt und markieren den künftigen Standort der neuen Migros-Bank in Lenzburg - schwer vorstellbar, dass auf dem kleinen Platz, wo heute ein paar Bänkli stehen, bald Bankgeschäfte getätigt werden. Läuft alles nach Plan, wird die Filiale Mitte November eröffnet, geplanter Baubeginn ist Mitte Mai, zurzeit liegt bis am 8. März das Baugesuch auf der Bauverwaltung Lenzburg auf.

Die Migros-Bank sei momentan daran zu expandieren, erklärt Mediensprecher Albert Steck. Ziel sei es, im Zeitraum von drei Jahren 20 neue Niederlassungen zu eröffnen, die Hälfte sei bereits realisiert. «Der Aargau ist einer der Schwerpunkte des Wachstums.» Im letzten Jahr eröffnete man Filialen in Brugg und Zofingen, diesen Januar eine in Wohlen. Weitere Filialen betreibt die Migros-Bank in Aarau, Buchs und Reinach. Man habe verschiedene Standorte unter den Gesichtspunkten wirtschaftliche Dynamik und Kaufkraft evaluiert. «Im Aargau ist in dieser Beziehung noch viel möglich.» In einer neuen Filiale würden in der Regel bis zu sechs neue Arbeitsplätze geschaffen.

Auch Stadtammann Hans Huber führt die Ansiedlung einer neuen Bank in Lenzburg auf das Wachstum der Stadt zurück. «Die Umnutzung des Hero-Areals und die Widmi bieten Entwicklungspotenzial.»

Sechste Bank auf dem Platz

Die Migros-Bank wäre die sechste Bankfiliale in Lenzburg neben der Hypothekarbank, der im Müli-Märt eingemieteten UBS, der Aargauischen Kantonalbank, sowie der Raiffeisenbank und der Neuen Aargauer Bank. Bei der UBS sieht man der neuen Konkurrenz in der Nachbarschaft gelassen entgegen. «Konkurrenz belebt den Markt. Wir möchten unseren Kunden interessante Produkte und eine überzeugende Beratungsqualität anbieten. Dafür werden wir auch weiterhin einstehen», sagt Dominique Gerster, Mediensprecher der UBS.

Auch für die Hypothekarbank ist die neue Bank keine grosse Überraschung. «Mathematisch gesehen hat Lenzburg sicherlich genug Banken, aber auf einem attraktiven Platz begegnet einem nun mal Konkurrenz. Die Migros Bank ist einfach ein weiterer Marktplayer», sagt Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Hypothekarbank Lenzburg.

Auch bei der Raiffeisenbank, die seit Februar 2008 in Lenzburg eine Filliale betreibt, hegt man keine negativen Gefühle. «Wir scheinen ein gutes Beispiel zu sein für das Potential des Bankenplatzes Lenzburg», sagt Daniel Lüscher, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Kölliken-Entfelden. «Der Kunde hat so eine Auswahl und kann die Bank wählen, die am besten zu seiner Gesinnung passt.»

Bauherrin des Neubaus ist die Pensionskasse der Migros, die auch Grundeigentümerin ist. Die Migros-Bank ist in den Räumen eingemietet. Das einstöckige Gebäude wird laut dem beauftragten Architekturbüro Baumann Waser Partner AG aus Lenzburg im Holzelementbau erstellt. Die anthrazitfarbene Fassade wird mit Fiberglasplatten verkleidet und in bestimmten Bereichen mit LED beleuchtet. «Fiberglas ist resistent gegen Schmierereien», erklärt Architekt Ruedi Baumann.

Auf rund 250 Quadratmetern findet eine Kundenhalle mit Beraterzone, zwei Sitzungszimmern, einem Büro und einem Aufenthaltsraum sowie zwei Toiletten Platz. Der Kundeneingang kommt unter dem bestehenden Vordach zwischen Einkaufszentrum Müli-Märt und Migros-Supermarkt zu liegen. «Die Bänkli werden eventuell nach Absprache mit der Stadt an einem anderen Ort wieder aufgestellt», sagt Ruedi Baumann. Beheizt wird das Gebäude über den Fernwärmeanschluss des Müli-Märt.

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