Stücki-Einkaufszentrum
«Der Bau verinnerlicht Kleinhüningen»

Trotz seinen 350 Metern dominiert das Stücki-Einkaufszentrum seine Umgebung nicht, findet Architekt Roger Diener

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Roger Diener

Roger Diener

bz Basellandschaftliche Zeitung

Yen Duong

Das grösste Einkaufscenter der Stadt, das Stücki-Shopping in Kleinhüningen, öffnet heute seine Türen - und zwar genau drei Jahre nachdem das Basler Stimmvolk den Bau absegnet hatte. Die Architektur des Stücki-Shoppings wirkt von aussen unaufgeregt und simpel, im Innenbereich hingegen fast schon luxuriös - aber nicht auf eine übertriebene Art. Die Kaufhalle ist 367 Meter lang, 113 Meter breit und 15 Meter hoch.

An der Eingangsfront der Shopping-Mall überlagert eine Schicht aus Blumen in Kästen und an Drähten die weissen Flächen. Im Innenbereich sind 19 grosse Oberlichter leicht versetzt über der Haupt-Mall aufgereiht. Die Stücki zeichnet sich durch ihre verspielte und zurückhaltende Eleganz aus. Für den Bau des Einkaufszentrums waren die Diener & Diener Architekten aus Basel zuständig. Für Roger Diener trägt der Bau klar zur Aufwertung Kleinhüningens bei.

Herr Diener, inwiefern passt der Bau des Stücki-Einkaufszentrums architektonisch zu Kleinhüningen?
Roger Diener: Der Bau verinnerlicht Kleinhüningen mit seinem industriellen Erbe und verleiht dem Stadtteil in einer neuen, übersteigerten Form Ausdruck. Die industrielle Geschichte des Stücki-Areals, der urbanisierte Landschaftsraum der Wiese, die Nachbarschaft der Wohnquartiere Klybeck und Kleinhüningen - all das hat in der Architektur des Stücki-Einkaufszentrums seinen Niederschlag gefunden. Der Bau übernimmt die feine Massstäblichkeit der einen Flussseite und die Grossmassstäblichkeit der Industriebauten und fügt beide Charaktere zu einem Ganzen.

Bedeutet der Bau des Stücki-Einkaufszentrums der Beginn einer neuen architektonischen Epoche Kleinhüningens?
Diener: Ja, da bin ich überzeugt.

Und warum?
Diener: An der Hochbergerstrasse, wo noch vor kurzer Zeit die unwirtliche Atmosphäre einer Industriebrache geherrscht hat, ist mit dem Bau ein neuer städtischer Platz entstanden, wie ihn Basel noch nicht kennt. Die neue Funktion findet in einem weissen Gebäude und einer starken Gliederung Ausdruck, dies mit Betonung des öffentlichen Raums und der Farbe Grün. Beides bringt die Identität Kleinhüningens zum Leuchten - das ist auch über den Rhein sichtbar.

Auf was haben Sie beim Bau besonders Wert gelegt?
Diener: Uns lag viel an den guten Details. Und zwar beim Standort selbst, bei den vier Türmen und bei der Übersetzung der inneren Strasse. Kleinhüningens Zukunft steht durch den Bau nicht auf dem Abstell- oder Nebengleis. Im Gegenteil, der Bau steht im städtischen Kontext.

Das Bauwerk hat ziemlich eindrückliche Dimensionen...
Diener: Ja, das stimmt. Aber die Volumen sind so gesetzt, dass sie nirgendwo masslos erscheinen. Trotz seiner ausserordentlichen Dimensionen und seinem monumentalen Ausdruck dominiert das gewaltige 367 Meter lange Bauwerk mit seinen vier Türmen, von denen jeder einzelne die Dimension eines Hochhauses erreicht, seine Umgebung nirgendwo. Das ist schon aussergewöhnlich.