Seine Erfolgsgeschichte startete Prager im Juli 1948. Der Hotelierssohn lieh sich Geld, um im Claridenhof in Zürich-Enge das erste Mövenpick-Restaurant zu eröffnen. Der Name des Restaurants und zukünftigen Gastronomiekonzerns geht auf eine Szene zurück, die sich auf der Zürcher Quaibrücke ereignete, wie Prager einst im Schweizer Fernsehen erzählte.

Sein Architekt und er hätten den Leuten zugeschaut, wie sie den Möwen von der Brücke aus Brot zuwarfen. "Die waren damals so hungrig, dass sie das Brot zur Hand herausrissen", erzählte Prager. Der Architekt sei deshalb auf das Wort Mövenpick gekommen.

Schwierige Suche nach Nachfolger

In Pragers Restaurant gab es Tellerservice und Qualitätsweine im Offenausschank - heute selbstverständliche Gastronomie-Formen. Spezialitäten und Feinkost wie Hummer oder Lachs speisten dank des Mövenpick nicht mehr nur Gutbetuchte, sondern eine breite Masse. Das Konzept kam an und das Unternehmen expandierte rasch.

Mit der "Silberkugel" entstand 1962 eines der ersten Schweizer Fast-Food-Restaurants. Vier Jahre danach eröffnete in Adliswil ZH das erste Mövenpick-Hotel und zwei Jahre später stieg Prader ins Autobahnraststätten-Geschäft ein. Eine dieser bekanntesten Verpflegungsmöglichkeiten ist heute der "Fressbalken" in Würenlos AG. Berühmt sind auch die Glacés, die es seit 1969 gibt.

Prager: "Ich hätte Nein sagen müssen"

Auf ihren Wunsch hin setzte Prager seine Frau Jutta, die er einst als Sekretärin einstellte, als Direktionspräsidentin ein. Diesen Schritt hielt er im Nachinein für einen Fehler: "Was mich heute bedrückt und mit Schuldgefühlen belastet, ist die Tatsache, dass ich nicht die Kraft hatte, meiner Frau Nein zu sagen", gesteht Prager zum Scheitern der Idee der Familien-Dynastie im Buch offen.

Einen Schlussstrich unter sein Lebenswerk zog Prager im Dezember 1991. Damals verkaufte er die Aktienmehrheit an Mövenpick an den Münchner Unternehmer August von Finck. Im Besitz von dessen Familie befindet sich Mövenpick, das 2007 von der Börse genommen wurde, bis heute. Die Markenrechte für Mövenpick-Glacé gehören mittlerweile Nestlé.