Credit Suisse

Der neue CS-Chef soll die Bank mit seinem nüchternen Stil wieder in ruhige Fahrwasser bringen

Thomas Gottstein ersetzt Tidjane Thiam als CEO der Credit Suisse.

Thomas Gottstein ersetzt Tidjane Thiam als CEO der Credit Suisse.

Der bisherige Schweiz-Chef Thomas Gottstein ersetzt Tidjane Thiam als CEO der Credit Suisse.

Um die Position als Schweiz-Chef hat sich Thomas Gottstein dem Vernehmen nach vor vier Jahren nicht gerissen. Der erprobte Investmentbanker agierte lieber im Hintergrund und glänzte nicht unbedingt als geborener Redner. Medienberichten zufolge ist er nun aber in die Chef-Rolle hineingewachsen. Seine nüchterne Art komme bei Kunden und Mitarbeitern gut an. Seit Amtsantritt lieferte er ausserdem gute Ergebnisse und steigerte den Gewinn. Während das Wachstum in anderen Regionen nur schwer gelingt, ist die Schweiz-Einheit der Anker der Bank.

Jetzt hat es Gottstein ganz nach oben geschafft. Der Verwaltungsrat hat ihn am Donnerstagabend zum Chef der Grossbank und damit zum Nachfolger von Tidjane Thiam ernannt. Die Credit Suisse zeigte sich gestern froh darüber, «eine starke bankinterne Nachfolge ankündigen können». Mit der Wahl Gottsteins besinnt sich die Grossbank auf ihre Schweizer Wurzeln zurück und versucht ganz offensichtlich, Ruhe in die skandalgebeutelte CS zu bringen.

Ausland-Geschäft wird eine grosse Herausforderung

Gottstein steht vor der schweren Aufgabe, die Glaubwürdigkeit der Bank wieder herzustellen. Gleichzeitig muss es ihm gelingen, die Credit Suisse durch den umkämpften, mit Negativzinsen und regulatorischen Bürden ringenden Markt zu manövrieren. Eine weitere Herausforderung wird sein, das Ausland-Geschäft voranzutreiben. Vor allem die Aktivitäten in Asien haben sich bisher längst nicht so gut entwickelt wie erhofft.

Dass Gottstein auch zu unpopulären Massnahmen bereit ist, hat er als Schweiz-Chef gezeigt, als er zehn Prozent des Personals abgebaut und das Filialnetz reduziert hat. Der neue Chef kann ausserdem auf seine langjährige Erfahrung in der Bank zurückgreifen. Gottstein arbeitet schon seit 1999 bei der Credit Suisse. Davor studierte er Betriebs- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Zürich – und schlug zunächst beinahe eine Laufbahn als Profi-Golfer ein.

Meistgesehen

Artboard 1