"Es gilt hier für mich bis zum Beweis des Gegenteils ganz klar die Unschuldsvermutung", hob er hervor. Falls die Deutsche Bank ihre eigenen Mitarbeiter vorverurteilen würde - insbesondere diejenigen, die Sachverhalte aufarbeiteten -, dann liefe etwas ganz gewaltig schief.

Sewing, dessen Chefbüro bei der Razzia in dieser Woche ebenfalls durchsucht wurde, wehrt sich gegen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. "Es ist ein Verdacht, hier sollte erst einmal die Unschuldsvermutung gelten". Er wolle, dass dieser Verdacht so schnell wie möglich aufgeklärt und ausgeräumt werde. "Wir haben seit der Veröffentlichung der Panama Papers 2016 den kompletten Sachverhalt geprüft und dabei eng mit den Aufsichtsbehörden kooperiert. Für uns war der Fall abgeschlossen".

Unabhängige Gutachten

Nach Angaben der Zeitung war der von den Ermittlungen betroffene Bereich internationales Vermögens-Management unmittelbar Sewing als Privatkundenvorstand unterstellt. Befürchtungen, dass die Ermittlungen sich irgendwann auch gegen ihn richten könnten, erteilte der Bank-Chef eine Absage: "Wir haben die Panama Papers gründlich aufgearbeitet, es gibt unabhängige Gutachten dazu."

Die Ermittler gehen aber dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter der Deutschen Bank Kunden halfen, Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen. Dabei soll Geld aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden sein, ohne dass das Institut Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet habe.

Viele Behörden

Deshalb hatten am Donnerstag rund 170 Beamte der deutschen Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung und der deutschen Bundespolizei die Konzernzentrale und weitere Gebäude in Frankfurt und Umgebung durchsucht. Am Freitag war das Polizeiaufgebot vor den Doppeltürmen der Bank deutlich geringer als am Donnerstag.