"Der Aufsichtsrat hat heute einstimmig beschlossen, den vom Vorstand unterbreiteten Vorschlag zu unterstützen", hiess es in einer kurzen Mitteilung. In der engeren Wahl für die neue Strategie war bis zuletzt auch noch eine Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts.

Die Führung von Deutschlands grösstem Geldhaus entschied sich nun aber für die "kleine" Lösung: Die Postbank soll "entkonsolidiert" werden. Das heisst, der Anteil an dem Bonner Institut fällt auf jeden Fall unter 50 Prozent.

Die Bank wolle ihren Anteil "mindestens unter 50 Prozent verringern", bestätigte ein Sprecher. Denkbar sei aber auch ein Börsengang. Einschnitte solle es auch im Investmentbanking geben. Wieviele Stellen im Konzern wegfallen, blieb zunächst offen. Details will Deutschlands grösstes Geldhaus am Montag bekanntgeben.

Die Schrumpfkur ist eine Reaktion auf strengere Kapitalanforderungen der Aufseher weltweit. Zudem hofft das Deutsche-Bank-Management, das eine verkleinerte Universalbank wieder dauerhaft profitabler sein kann.

Bei der einstigen Post-Tochter Postbank war die Deutsche Bank im September 2008 eingestiegen. Gut zwei Jahre später sicherte sich Deutschlands grösstes Geldhaus die Mehrheit am Bonner Institut. Zuletzt kontrollierte die Deutsche Bank 94,1 Prozent der Anteile. Die hohen Erwartungen an die Postbank mit ihren 14 Millionen Kunden erfüllten sich jedoch nie.