Kommentar

Die Credit Suisse verkauft ihre Immobilien: Bald ist das Portfolio leer

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Um ihre Renditeziele zu erreichen, verkauft die zweitgrösste Schweizer Bank ein Bürogebäude für über 300 Millionen Franken.

Es scheint paradox. Im aktuellen Tiefzinsumfeld suchen Finanzakteure händeringend Investitionsmöglichkeiten, die Sicherheit und Rendite versprechen. Immobilien sind gefragt wie noch nie. Dennoch verkauft die CS ein Bürogebäude an bester Lage in Genf für mehr als 300 Millionen Franken.

Der Verkauf reiht sich ein in eine Vielzahl Immobiliendeals der CS. In der Stadt Zürich hat die Bank in den letzten Jahren für viel Geld Gebäude verkauft. Der Üetlihof etwa ging an den Norwegischen Staatsfonds. Swatch schnappte sich das Griederhaus. Und das Metropol an der Börsenstrasse landete bei der Nationalbank. Nach dem jüngsten Verkauf verbleiben von den Topimmobilien nur noch das Hotel Savoy und der CS-Hauptsitz – beide am Paradeplatz gelegen - im Portfolio der Bank.

Die Logik hinter den Verkäufen ist unschwer zu erkennen. Die CS verkauft, weil sie Geld braucht. Die Geschäfte laufen schlecht. Nachdem CS-Chef Tidjane Thiam seiner Bank ein Sparprogramm verordnet und ambitionierte Wachstumsziele ausgerufen hatte, belasten nun die negativen Zinsen und die durchwachsene Konjunktur.

Der Verkauf jahrzehntelang gehüteter Präziosen ist vor allem als bilanztechnischer Schachzug zu sehen. Während zuletzt mit dem Erlös Löcher gestopft wurden, welche Bussgelder in die Bilanz gerissen hatten, so braucht die Bank das Geld nun, um die schrumpfenden Gewinne im Zinsgeschäft wettzumachen. Damit kann die CS ihre Bilanz aufpolieren. Das ist legitim, es hilft aber nur kurzfristig. Die Tiefzinsphase dürfte noch lange andauern. Und irgendwann, das kennt jeder der einmal Monopoly gespielt hat, ist nichts mehr da, das man verhökern kann.

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