«Diese Person muss weder Eier legen, noch Milch geben, noch Haare haben»

Rolf Soiron, Verwaltungsratspräsident von Lonza und Holcim, leitet die Findungskommission des Economiesuisse-Nachfolgers

Rolf Soiron, Verwaltungsratspräsident von Lonza und Holcim, leitet die Findungskommission des Economiesuisse-Nachfolgers

Economiesuisse sucht einen neuen Präsidenten. Was braucht es, um den Wirtschaftsdachverband wieder auf Vordermann zu bringen? Rolf Soiron, Verwaltungsratspräsident von Lonza und Holcim, leitet die Findungskommission und gibt Antworten.

Herr Soiron, wie umschreiben Sie das Anforderungsprofil des künftigen Economiesuisse-Präsidenten?

Rolf Soiron: Der zukünftige Präsident muss glaubwürdig sein, auch von seiner persönlichen Vergangenheit her. Er muss eine ganzheitliche Sicht haben, und die Anliegen der Wirtschaft gut und prägnant kommunizieren können. Und er muss die für dieses Amt notwendige Zeit aufbringen können.

Salopp formuliert suchen Sie eine eierlegende Wollmichsau…

Nein. Diese Person muss weder Eier legen, noch Milch geben, noch Haare haben. Der neue Präsident muss glaubwürdig Wirtschaftsanliegen vertreten.

Aber er muss um die 55 sein, unternehmerische Erfahrung haben und die politische Mechanik der Schweiz kennen. Zudem muss er bereit sein, ein 50- bis 60-Prozent-Pensum zu leisten.

Es gibt nicht Hunderte solcher Kandidaten. Aber es gibt Leute mit diesem Anforderungsprofil. Wir hatten sie in der Vergangenheit. Ich kenne auch heute Leute, auf die dieses Profil zutrifft.

Gibt es bereits eine Kandidatenliste?

Es gibt eine Longlist. Falls jemand erst in einem Jahr bereit ist, das Präsidium zu übernehmen, müssen wir uns entsprechend anpassen.

Dies bedeutet, Economiesuisse wählt nochmals einen Übergangspräsidenten für ein bis zwei Jahre?

Ende August tritt Rudolf Wehrli zurück. Dann müssen wir eine Lösung finden. Es muss nicht die definitive sein. Es muss eine gute, eine konstruktive Lösung sein.

Die Suche ist erschwert, weil auch der Direktor zurückgetreten ist. Müsste nicht erst ein Präsident gefunden werden, der bei der Auswahl des Direktors mitreden kann?

Dies wäre gemäss Lehrbuch das richtige Vorgehen. Wir haben mit dem Chefökonomen Rudolf Minsch einen guten Interimsdirektor. Er hat die nötige Ruhe und Zuversicht für den Job, aber auch die Fähigkeit, das nötige Vertrauen in die Verbandsführung aufzubauen.

Meistgesehen

Artboard 1