Flugverkehr

Erstmals vier Milliarden Flugpassagiere: Der Branchenverband prognostiziert weiteres Wachstum

iata-CEO Alexandre de Juniac an der Generalversammlung in Cancun, Mexiko.

iata-CEO Alexandre de Juniac an der Generalversammlung in Cancun, Mexiko.

Der Branchenverband International Air Transport Association (Iata) prognostiziert für das laufende Jahr weiteres Wachstum. Er wendet sich aber auch gegen ein Laptop-Verbot an Bord.

Der weltweite Luftverkehr wird weiter wachsen. Dank einer relativ günstigen Weltkonjunktur erwartet die Branche 2017 Umsätze in der Höhe von 743 Milliarden Dollar und Gewinne von 31,4 Milliarden. Das teilte der Branchenverband Iata am Montag anlässlich der 73. Generalversammlung (GV)  in Cancun, Mexiko,  mit. Das ist umsatzmässig ein Prozent und bezüglich Gewinn fünf Prozent mehr als noch im Dezember erwartet. Wegen höheren Kosten nehme aber die Profitabilität gegenüber 2016 ab, heisst es. Der Nettogewinn pro Passagier dürfte in diesem Jahr bei 7,69 Dollar liegen, gegenüber 9.13 im Vorjahr und 10.08 Dollar im Jahr 2015.

Mit dem Abbruch der Beziehungen einiger Staaten mit Katar steht auch der Flugverkehr im arabischen Raum zur Debatte. Den aktuellen Fall wollte Iata-CEO Alexandre de Juniac an einer Medienkonferenz zwar nicht kommentieren, tat es dann aber doch: „Wir sind gegen eine Sperre („Ban“)“. Und man sei für offene Grenzen. Einen expliziten politischen Kommentar gab de Juniac aber nicht ab.

In seiner Ansprache an der GV sagte de Juniac weiter, die Fliegerei sei ein Geschäft der Freiheit, und dieses hänge von offenen Grenzen ab. Nationalistische und protektionistische Tendenzen stellten besonders dann eine Gefahr dar, wenn solches Gedankengut von einer Regierung propagiert wird.

Eines der wichtigsten Themen der Iata ist noch immer der Terrorismus, und de Juniac plädierte für eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Fluggesellschaften. Im März verbannten die USA und Grossbritannien auf Flügen von einigen Flughäfen von Mittelost und Afrika Laptops und Tablets aus der Kabine. Dieses Verbot sei völlig überraschend gekommen und ohne vorherige Kontaktaufnahme mit den Fluggesellschaften. „Eine grosse Unannehmlichkeit für unsere Kunden.“ Es existiere ein klare Verpflichtung der Regierungen auf  logische, effektive und  effiziente Massnahmen. Das sei hier nicht der Fall. Die Regierungen hätten das Wissen über die Bedrohungen und die Flugfachleute das Wissen über die Massnahmen. De Juniac: „Wir haben die praktische Expertise.“ Alternativen müssten her, beispielsweise verstärktes „Screening“ auf dem Flughafen und mittelfristig bessere Sprengstoffdetektoren.

In Sachen Flugsicherheit verzeichnete die Branche weitere Fortschritte. 2016 gab es bei über 40 Millionen Flügen zehn Unfälle mit Toten (die Nordwestschweiz berichtete). In Afrika, während Jahrzehnten bezüglich Sicherheit der grosse Problemkontinent, verzeichnete keine Unfälle mit Jets im kommerziellen Betrieb. Ein Manko sei, dass noch längst nicht über alle Unfälle brauchbare öffentliche „Reports“ bestünden. Das müsse sich ändern, sagte de Juniac. Denn es gehe darum, aus Unfällen zu lernen.

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