Ghosn, der weiterhin Direktor bei Nissan ist, wollte der Vorstandssitzung beiwohnen, doch lehnte das Bezirksgericht in Tokio am Montag seinen Antrag auf Erlaubnis zur Teilnahme ab, wie das Gericht bekanntgab. Ghosn wurde so die Möglichkeit verwehrt, erstmals seit seiner Verhaftung im November mit seinen Kollegen zu sprechen.

Der 65-Jährige, der Nissan einst vor der nahen Pleite gerettet und zusammen mit Renault und Mitsubishi eine mächtige Autoallianz geschmiedet hatte, war am 19. November wegen Verstosses gegen Börsenauflagen in Tokio festgenommen und angeklagt worden.

Zudem soll er laut der japanischen Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Ghosn hat wiederholt seine Unschuld beteuert und vermutet einen Komplott gegen ihn. Nach mehr als dreimonatiger Untersuchungshaft war er vergangene Woche gegen Kaution freigekommen. Unterdessen teilte Nissan mit, dass am Dienstag der neue Präsident von Renault, Jean-Dominique Senard, Renaults Generaldirektor Thierry Bolloré sowie Nissan-Chef Hiroto Saikawa und der Chef von Mitsubishi Motors, Osamu Masuko, an der Nissan-Konzernzentrale in Yokohama vor die Presse treten werden.