Wirtschaft

Exklusiv: Nach der Lufthansa beantragt auch die Swiss Kurzarbeit – und sogar Staatshilfe ist nun ein Thema!

Die Schweizer Fluggesellschaft hat Probleme. Die Reise-Einschränkungen wegen Corona machen ihr zu schaffen.

Die Schweizer Fluggesellschaft hat Probleme. Die Reise-Einschränkungen wegen Corona machen ihr zu schaffen.

Die Schweizer Airline zieht die Konsequenzen aus dem massiven Buchungseinbruch im Zuge der Coronavirus-Krise, wie Recherchen von CH Media ergeben haben. Und die Lufthansa verhandelt über Staatshilfe – auch in der Schweiz!

Die Lufthansa-Tochter Swiss hat sich entschlossen, Kurzarbeit beim Staat zu beantragen, wie Recherchen von CH Media ergeben haben. Demnach hat Swiss-Chef Thomas Klühr die Belegschaft per Videobotschaft darüber informiert. Demnach gilt die Kurzarbeit ab 1. April - sofern das Staatssekretariat für Wirtschaft den Antrag gutheisst. Auf Anfrage stellt die Swiss eine Medienmitteilung in Aussicht.

Die Swiss zieht damit die logische Konsequenz aus den schwerwiegenden Folgen der Corona-Krise. Bereits vergangene Woche hatte sie jeden zweiten Flug streichen müssen, insbesondere in Europa und nach Asien. Am Donnerstag folgte der nächste Hammer mit dem US-Einreisestopp für Europa. Die Nordamerika-Destinationen gehören zu den wichtigsten und profitabelsten Zielen der Swiss. Ein Grossteil ihrer Flugzeugflotte ist derzeit gegroundet.

Bereits am Freitagmorgen gab die Mutter-Airline Lufthansa bekannt, dass sie einen Teil ihres Kabinenpersonals in Kurzarbeit schickt. Wie viele der insgesamt 22'000 Lufthansa-Flugbegleiter von der Massnahme betroffen sind, hängt von den Gesprächen des Konzerns mit der Bundesagentur für Arbeit ab.

Bundesrat stellt der Wirtschaft 10 Milliarden Franken zur Verfügung (13.3.2020)

Bundesrat stellt der Wirtschaft 10 Milliarden Franken zur Verfügung (13.3.2020)

Der Bundesrat greift der Wirtschaft unter die Arme. Er hat 10 Milliarden Franken Soforthilfe bewilligt. Damit sollen vor allem die Löhne der Arbeitnehmenden weiterhin gezahlt werden. Konkret können im Fonds der Arbeitslosenversicherung bis zu 8 Milliarden Franken für die Kurzarbeitsentschädigung geltend gemacht werden.

Doch nicht nur das: Wie die «Süddeutsche Zeitung» und das deutsche «Handelsblatt» berichten, will die Lufthansa-Gruppe angesichts der dramatischen Lage in vier Ländern Staatshilfe beantragen. «Wir sprechen mit den Regierungen der Heimmärkte über mögliche Staatshilfen», sagte ein Konzernsprecher in der «Süddeutschen Zeitung». Zu den Heimmärkten gehören Deutschland, Belgien, Österreich - und die Schweiz. Also jene Länder, in denen die Fluggesellschaften Lufthansa, Brussels Airlines, Austrian und Swiss ihren Sitz haben.

Swiss informiert nächste Woche über Corona-Folgen

Die Swiss bedient ab den Landesflughäfen Zürich und Genf weltweit über 100 Destinationen in 44 Ländern. Mit einer Flotte von rund 90 Flugzeugen befördert sie jährlich knapp 18 Millionen Passagiere. Die Fracht-Division Swiss World Cargo bedient rund rund 175 Destinationen in über 80 Ländern. 2018 erwirtschaftete die Lufthansa-Tochter mit 9000 Mitarbeitenden einen Umsatz von über 5 Milliarden Franken. Die Geschäftszahlen und die Auswirkungen der Corona-Krise stellt die Swiss kommende Woche vor.

Für Aviatik-Experte Andreas Wittmer von der Universität St. Gallen steht die Swiss trotz allem in einer vergleichsweise guten Position da: «Die Swiss hat in den vergangenen Jahren sehr gut gewirtschaftet, da sollte einiges an Reserven vorhanden sein.» Auch die Lufthansa sei ein solider Konzern. Andere Airlines würden auf deutlich wackligeren Beinen stehen, sagt Wittmer.

Wittmer glaubt, sollte die Krise drei bis sechs Monate andauern, dass die Swiss diese Phase überbrücken kann. «Dann geht 2020 einfach als miserables Geschäftsjahr in die Geschichtsbücher.» Und wenn die Krise länger dauert? «Dann wird es für jede Fluggesellschaft eng, vor allem wenn auch das Sommergeschäft flöten geht.»

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