Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt wegen der eingetrübten Konjunkturaussichten aber die Weichen in Richtung Zinssenkung. Die Währungshüter deuteten in ihrem neuen Ausblick nämlich die Möglichkeit noch tieferer Schlüsselzinsen bis Mitte 2020 an. Laut ihrer bisherigen Prognose wollte die EZB bis dahin nicht an den Schlüsselsätzen rütteln.

Zudem beauftrage die Notenbank ihre Ausschüsse, alle Optionen zu prüfen, darunter Staffelzinsen sowie erneute Anleihenkäufe. Eine Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik, wie sie vor allem in Deutschland gefordert wird, rückt damit in immer weitere Ferne.

An den Börsen wird bereits fest damit gerechnet, dass die Währungshüter den sogenannten Einlagensatz im September weiter in den negativen Bereich drücken. Schon seit 2014 müssen Geldhäuser auf ihre Einlagen bei der EZB Strafzinsen zahlen. Aktuell liegt der Satz bei minus 0,4 Prozent.

EZB-Chef Mario Draghi hatte schon im Juni eine weitere Lockerung der Geldpolitik signalisiert, sollte die Inflation nicht anziehen. Zinssenkungen und Massnahmen, um unerwünschte Nebenwirkungen der Negativzinsen einzudämmen, gehörten zu den Möglichkeiten. Es gebe auch Spielraum für weitere Anleihenkäufe.