Ausland

Ferien ohne böses Erwachen: So umgehen Sie im Ausland die Roaming-Falle

Abos, bei denen Roaming inklusive ist, lohnten sich meistens nicht, sagt der Telekom-Experte.

Abos, bei denen Roaming inklusive ist, lohnten sich meistens nicht, sagt der Telekom-Experte.

Datenpakete oder lokale SIM-Karte kaufen, Combox abschalten: Ein Experte erklärt, wie man gängige Kostenfallen umgeht.

Wenn der Begriff Roaming fällt, ist Ärger nicht weit. Versteckte Kosten, undurchsichtige Strukturen und sowieso seien die Roaming-Tarife eine generelle Abzocke, so klagen Konsumentenschützer. Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst «moneyland.ch» zeigt, wie man die Kostenfallen umgeht.

Wenn einem Internet per WLAN in Hotels und Cafés bereits reicht, sind die Massnahmen einfach: In den Handy-Einstellungen Roaming und die mobilen Daten deaktivieren. Zusätzlich empfiehlt Beyeler, beim Anbieter eine monatliche Obergrenze für die Daten-Roaming-Rechnung festzulegen, zum Beispiel 100 Franken.

Wenn man im Ausland unterwegs Internet haben will, sollte man genau abklären, wie man unnötige Kosten vermeidet. Die meisten User kommen mit 200 bis 500 Megabyte pro Woche aus. «Im EU-Ausland sind dafür Datenpakete beim eigenen Provider die sinnvollste Lösung», sagt Beyeler. Bei den meisten Mobilfunk-Anbietern kosten diese 10 bis 20 Franken für ein Gigabyte. Die Pakete haben jedoch «einen ganz grossen Nachteil», wie der Telekomexperte sagt: Die meisten verfallen nach 30  Tagen, einige bereits nach einer Woche. Technische Gründe habe diese «komplett abwegige Regelung» nicht, so Beyeler: «Es geht nur um Gewinnmaximierung.» Die löbliche Ausnahme ist hier Coop Mobile, wo die Datenpakete unbeschränkt gültig sind.

Bei Reisen ausserhalb Europas sind die Datenpakete teurer. Beyeler: «Wenn die benötigte Datenmenge rund 60 Franken übersteigt, würde ich eine lokale SIM-Karte kaufen, anstatt Datenpakete herunterzuladen.» Bei Sunrise etwa kosten in 90 Ländern das Megabyte rund 15 Franken und Kunden erhalten keine Möglichkeit, ein Datenpaket zu kaufen. Eine 500-MegabyteWochendosis schlüge also theoretisch mit 7800 Franken zu Buche. Da bleibt also nur die lokale SIM-Karte.

Datenfresser: Die Facebook-App

Egal, welche Variante man wählt, es macht Sinn, den Datenverbrauch zu reduzieren. Also: Auf Video- (Youtube, Netflix) und Musik-Streaming (Spotify) unterwegs verzichten. Ausserdem sollte man in den Handy-Einstellungen den Apps, die man nicht unbedingt braucht, das Herunterladen von Daten im Hintergrund verbieten. «Die Facebook-App zum Beispiel würde ich komplett sperren. Sie ist berüchtigt dafür, grosse Datenmengen zu verbrauchen», sagt Beyeler. Karten auf Google Maps kann man vorgängig herunterladen.

Auch die Combox sollte man in den Ferien deaktivieren. «Eine Nachricht auf die Combox wird dreimal verrechnet, wenn der Angerufene im Ausland ist», so Beyeler. Eine einzige, wenige Sekunden lange Nachricht kann so bis zu acht Franken kosten.

Abos, bei denen Roaming inklusive ist, lohnten sich meistens nicht, sagt der Telekom-Experte. «Die Anbieter machen Werbung damit, dass das Roaming «geschenkt» sei. Dabei zahlt man es einfach das ganze Jahr.» Für den gewöhnlichen Touristen lohne sich das nicht. «Erst bei regelmässigen Auslandsaufenthalten ergibt ein solches Abo Sinn, etwa für Geschäftsleute.»

Die gute Nachricht ist, dass die Anbieter immer mehr Kostenfallen abbauen. Etwa, indem das Roaming bei vielen Anbietern ab einer Rechnung von mehreren hundert Franken gesperrt wird. Unbeabsichtigte Rechnungen über Tausende von Franken werden seltener. «Trotzdem», so das Fazit des Experten, «sind wir beim Roaming noch immer weit weg von Kundenfreundlichkeit.»

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