Am Donnerstag war die Uhr auf dem Bild vom Handgelenk des Kirchenmanns verschwunden, nicht aber die Spiegelung in der Tischplatte. Als Reaktion auf die öffentliche Empörung entschuldigte sich das Büro des Patriarchen umgehend für den "Fehler" eines Mitarbeiters und versprach dessen umgehende Bestrafung.

Einige bekannte Gläubige äusserten scharfe Kritik an der Kirche. Der Anti-Korruptions-Aktivist Alexej Nawalny nannte den Vorfall "schmachvoll". Viele stellten die Frage, ob es angemessen für einen Mann der Kirche sei, solch teure Luxusgüter zu besitzen.

Aber das Kirchenoberhaupt erfuhr auch Zustimmung. Einige Internetnutzer stellten Fotos mit den Worten "Wir lieben Dich, Kirill" online.

Nach dem Ende der Sowjetunion hat die Kirche die Rolle eines Wächters der Moral in Russland übernommen. Seit Kirill aber vor den Präsidentenwahlen seine Sympathie für den designierten Präsidenten Wladimir Putin geäussert hat, werfen Kritiker der Kirche vor, sie habe ihre Unparteilichkeit verloren.