Die Meeresgöttin Mazu habe ihn ermutigt, sagte der 69-Jährige am Mittwoch bei der Ankündigung seiner Kandidatur in Taipeh, nachdem er in einem Tempel Rat gesucht hatte. "Mazu sagte mir, mich von ihr inspirieren zu lassen, Gutes für notleidende Menschen zu tun, jungen Menschen Hoffnung zu geben und Frieden in der Taiwanstrasse zu unterstützen."

Der Milliardär Gou, der damit seine Teilnahme am Rennen für die Wahl am 11. Januar 2020 geworfen hat, muss noch in der parteiinternen Vorwahl der chinafreundlichen, oppositionellen Kuomintang antreten. Sein grösster Herausforderer ist der populistische Bürgermeister von Kaohsiung, Han Kuo-yu, der überraschend viel Zulauf bekommen hat.

Geschäftsinteressen in China

Die kommunistische Führung in Peking bevorzugt einen Präsidenten der Kuomintang, die China näher steht und stärker auf Kooperation setzt. Gou verfolgt massive Geschäftsinteressen in der Volksrepublik, wo Foxconn in seinen Fabriken rund 1,3 Millionen Beschäftigte hat.

Präsidentin Tsai Ing-wen von der regierenden Fortschrittspartei (DPP) geht hingegen auf Distanz zu Peking. Seit ihrem Amtsantritt vor drei Jahren hatte sich das Verhältnis zu China verschlechtert. Die Führung in Peking betrachtet die demokratische Inselrepublik als Teil der Volksrepublik, ob sie nie über Taiwan regiert hat. Auch droht sie mit einer gewaltsamen Eroberung.

Ob Tsai bei der Wahl wieder antreten wird oder ihr Rivale, Ex-Premier Lai Ching-te, entscheidet sich bei der Vorwahl der Regierungspartei DPP im Mai.