Freiamt hat viel Wirtschaftspotenzial

Das obere Freiamt wird sich vom Landwirtschafts- zum Wohn- und Wirtschaftsgebiet entwickeln. Das sagte Regierungsrat Urs Hofmann am ersten Wirtschaftsanlass in Muri. Marianne Fassbind, Wirtschaftsredaktorin beim Schweizer Fernsehen, moderierte das Podiumsgespräch.

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Wirtschaftspodium Freiamt

Wirtschaftspodium Freiamt

Aargauer Zeitung

Sebastian Hagenbuch

Hofmann irrt (nicht) Kommentar von Eddy Schambron Die Region Oberfreiamt ist schon heute begehrtes Wohngebiet und wird zunehmend attraktiv für die Wirtschaft. Da hat Regierungsrat Urs Hofmann recht. Er irrt sich aber, wenn er glaubt, die Wirtschaft werde die Landwirtschaft im Süden des Kantons verdrängen. Oder können Sie sich das obere Freiamt ohne Bauern und Kühe vorstellen? Landwirtschaft und Natur gehören zu dieser Region. Das heisst aber nicht, dass hier die Zeit stehen bleiben muss. Eine aktive Förderung des Wirtschaftsstandortes Oberfreiamt ist richtig und wichtig. Das kann nicht nur über den Steuerfuss geschehen. Mindestens so wichtig sind Behörden, die Steine aus dem Weg räumen helfen, und Gemeindeverwaltungen, die sich als kompetente und zuvorkommende Dienstleister verstehen. Diesbezüglich haben Muri und der Bezirk einen guten Ausweis. Gewerbler und Industrielle loben in der Regel genau diese Qualitäten. Die Chancen liegen bei weitem nicht nur im Anschluss an die Autobahn. Platz hat es im Freiamt für schönes Wohnen, für eine leistungsfähige Landwirtschaft und für prosperierende Gewerbe- und Industriebetriebe. Auf das gesunde Gleichgewicht kommt es an. eddy.schambron@azag.ch

Hofmann irrt (nicht) Kommentar von Eddy Schambron Die Region Oberfreiamt ist schon heute begehrtes Wohngebiet und wird zunehmend attraktiv für die Wirtschaft. Da hat Regierungsrat Urs Hofmann recht. Er irrt sich aber, wenn er glaubt, die Wirtschaft werde die Landwirtschaft im Süden des Kantons verdrängen. Oder können Sie sich das obere Freiamt ohne Bauern und Kühe vorstellen? Landwirtschaft und Natur gehören zu dieser Region. Das heisst aber nicht, dass hier die Zeit stehen bleiben muss. Eine aktive Förderung des Wirtschaftsstandortes Oberfreiamt ist richtig und wichtig. Das kann nicht nur über den Steuerfuss geschehen. Mindestens so wichtig sind Behörden, die Steine aus dem Weg räumen helfen, und Gemeindeverwaltungen, die sich als kompetente und zuvorkommende Dienstleister verstehen. Diesbezüglich haben Muri und der Bezirk einen guten Ausweis. Gewerbler und Industrielle loben in der Regel genau diese Qualitäten. Die Chancen liegen bei weitem nicht nur im Anschluss an die Autobahn. Platz hat es im Freiamt für schönes Wohnen, für eine leistungsfähige Landwirtschaft und für prosperierende Gewerbe- und Industriebetriebe. Auf das gesunde Gleichgewicht kommt es an. eddy.schambron@azag.ch

Aargauer Zeitung

Es ist auch für eine relativ grosse Gemeinde wie Muri nicht alltäglich, dass sich ein Regierungsrat und eine Tagesschauredaktorin gleichzeitig die Ehre geben und durch eine lokale Veranstaltung führen. Am ersten Murianer Wirtschaftsanlass war genau das der Fall. Regierungsrat Urs Hofmann fiel der Entscheid leicht, nach Muri zu kommen. «Ich gratuliere dem Gemeinderat zu seiner Eigeninitiative. Wir brauchen starke Gemeinden, die das Heft selbst in die Hand nehmen.»

A4-Eröffnung bringt Chancen

Den Kern des Abends, der von der Tagesschaukorrespondentin Marianne Fassbind moderiert wurde, bildete das Referat von Urs Hofmann. Der Regierungsrat stellte fest, dass das Freiamt eine der Regionen mit dem grössten Wachstumspotenzial im Aargau sei. «Wenn die neue A4 eröffnet wird, sind wir strategisch noch besser gelegen. Das Freiamt wird sich weg von einem Landwirtschaftsgebiet, hin zu einem Wirtschafts- und Wohngebiet entwickeln», prophezeite der Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres.

Die anschliessende Podiumsdiskussion, bei welcher Gemeindeammann Josef Etterlin und Regierungsrat Urs Hofmann Rede und Antwort standen, verlief relativ ereignisarm. «Moderatorin Marianne Fassbind konnte nicht verbergen, dass sie sich in der regionalen und der kantonalen Politik kaum auskennt. Vielleicht wäre ein Moderator aus dem Freiamt besser gewesen», analysierte Gast Cornel Kaufmann von der Protecdata, Boswil. Die einzige aus dem Publikum gestellte Frage betraf den öffentlichen Verkehr. Es wurde diskutiert, ob der Bahnhof in Muri am falschen Ort steht und nicht besser in die Industrie ausgelagert werden sollte, da die meisten Pendler dort aussteigen müssen.

Kontaktpflege ist wichtig

Den Rest des Abends verbrachten die Unternehmerinnen und Unternehmer der Region Muri mit der Kontaktpflege. «Wir wollen einerseits die Beziehungen zwischen der Gemeinde und den Unternehmen fördern. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, den Gewerbetreibenden eine Möglichkeit zu bieten, sich untereinander auszutauschen», erklärte ein sichtlich zufriedener Josef Etterlin. Der Anlass war für ihn ein Erfolg: «Wir hatten über hundert Besucherinnen und Besucher, das freut mich sehr», strahlte er. Der Wirtschaftsanlass soll nun jährlich wiederholt werden. Beim nächsten Mal auch wieder mit von der Partie sein werden Michael und Erika Nacken von der Optik Nacken GmbH. «Uns hat vor allem gefreut, dass nicht nur neue Unternehmungen angelockt, sondern auch die bereits ansässigen geschätzt werden.»

Logo und Plattform

Schliesslich präsentierte Gemeindeammann Josef Etterlin das neue Logo «Wirtschaftsraum Muri AG». Unter ihm sollen Unternehmer eine Plattform erhalten und den Kontakt untereinander fördern.

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