• Was ist von den neuen Angeboten zu halten?

Die alten Angebote gelten weiterhin. Das Mobilfunknetz wird laufend ausgebaut. Einführen will Salt neu das Telefonieren über WLAN. Kunden können dann jeden Hotspot genau gleich wie eine Mobilfunkantenne benutzen. Damit können sie beispielsweise auch in Gebäuden telefonieren, wo es keinen Handynetzempfang gibt. Ähnlich wie ein GA der SBB verkauft Salt künftig «Pass»-Angebote. Kunden zahlen für das Abo ohne neues Gerät 999 Franken im Jahr. Gespräche, SMS und Datenvolumen in der Schweiz sind im Preis inbegriffen. Mit Gerät kostet der Pass 1499 Franken. Unlimitiertes Roaming in Europa kostet jedoch mehr.

  • Für wen lohnen sich die neuen Pass-Angebote?

Der Vergleichsdienst Comparis ist kritisch: Gewöhnungsbedürftig und unüblich sei, dass Jahrespreise für die Abos angegeben werden: «Die neuen ‹Pass›-Abos sind für die meisten Konsumenten nicht interessant», kritisiert Ralf Beyeler. Nur wer viel telefoniert und oft ins Ausland reist, hat etwas davon.

  • Was passiert mit den bisherigen Orange-Abos?

Die bisherigen Orange-Abos bleiben weiterhin gültig. Ein umfassender Wechsel der Tarifstruktur ist offenbar nicht beabsichtigt. In Frankreich ist Niel dafür bekannt geworden, dass er die Branche mit einer Extrem-Billig-Strategie aufmischt. Das sorgte auch in der Schweiz für Spekulationen. Das jeweils günstigste Abo von Salt ist künftig praktisch gleich teuer wie dasjenige von Sunrise, rechnet Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Comparis vor: «Swisscom ist teurer, hat aber auch ausschliesslich Abos mit Gerät im Angebot.» Gross ist die Differenz dagegen, wenn man auch kleinere Anbieter berücksichtigt werden. So seien die Abos «M-Budget Mobile One» auf dem Swisscom-Netz und Angebote von UPC Cable-
com auf dem Salt-Netz «massiv» günstiger. Das Prepaid-Angebot von Aldi schlage jedoch alle.

  • Was sagt der Konsumentenschutz dazu?

Erfreulich aus Sicht der Konsumentenschützer ist, dass Salt-Neukunden das Abo innert sechs Wochen nach Vertragsabschluss künden können. Unklar ist, was passiert, wenn ein Gerät, dass zusätzlich erworben werden kann, zurückgegeben wird. Gegenüber dem Internetportal watson.ch sagte Firmen-Sprecherin Therese Wenger: «Kommen sie ungebraucht zurück, werden sie als Neugeräte erneut verkauft.»

  • Wie sieht es mit dem Kundendienst aus?

Wichtiger als der neue Name und die neuen Tarife ist für Comparis, ob das Unternehmen seine verbreiteten Kundendienst-Probleme in den Griff bekommt. Salt verspricht «mehr Service» und «mehr Beratung».

  • Wieso wird überhaupt aus «Orange» «Salt»?

Mit dem neuen Namen kann sich der Mobilfunkanbieter Lizenzzahlungen von rund 20 Millionen Franken pro Jahr an France Télécom sparen. Dieser Firma gehören die Namensrechte. Orange Schweiz war 2012 an die britische Beteiligungsgesellschaft Apax verkauft worden. Diese hat wiederum diesen Februar Orange Schweiz an den französischen Unternehmer Xavier Niel für 2,8 Milliarden Franken verkauft. Mit einem neuen Namen kann eine Firma jedoch auch ihre Geschichte und ihr schlechtes Image abstreifen und neu anfangen.

  • Was passiert übers Wochenende?

Während der Zeit der Namensumstellung werden die über 80 Filialen bis zu 72 Stunden lang geschlossen. Ziel ist es, dass mindestens 90 Prozent der Shops kommenden Montag eröffnen können, teilte der drittgrösste Telekomanbieter der Schweiz mit. Während der Umstellung ist auch der Kundendienst eingeschränkt. Die Website ist ebenfalls bis Montagmorgen offline – also nicht zu erreichen. Bestehende Kunden müssen sich danach online neu registrieren. Dies sorgte im Internet gestern für wütende Kommentare.