Die Gastronomie ist ein wesentlicher Teil der SBB. Ihre Tochtergesellschaft Elvetino betreibt 88 Restaurants, 100 Minibars und 10 Bistros. Dazu kommen 12 Verkaufsstände der italienischen Kaffekette Segafredo, die Elvetino als Franchise-Partner führt, genauso wie die fahrenden Starbucks-Bistros. Nun wollen die SBB auch mit ihrem neuen Take-Away-Konzept Guudy expandieren.

Die SBB schaffen es aber nicht, ihre Gastrobetriebe gewinnbringen zu führen. Im Gegenteil: Jedes Jahr resultiere ein namhafter Verlust in knapp zweistelliger Millionenhöhe, sagt SBB-Sprecherin Franziska Frey in der «Schweiz am Sonntag».

Umso mehr stösst die Expansionsstrategie auf Kritik. «Dass die SBB als bundeseigener Betrieb ihre Gastro-Tätigkeiten weiter ausdehnen und eine Konkurrenz zu privaten Anbietern aufbaut, ist problematisch», sagt Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands in der «Schweiz am Sonntag». Die SBB seien nach wie vor ein Monopolbetrieb des Bundes mit einem klaren Leistungsauftrag für den Transport von Gütern und Personen. Die SBB hätten bei der Wahrnehmung des Service public wichtigere Aufgaben als den Detailhandel und die Gastronomie.

«Auf das notwendige Minimum beschränken»

Auch der mächtigste Wirtschaftsverband der Schweiz, Economiesuisse, kritisiert die Take-away-Expansion der SBB. «Generell sind wir klar der Meinung, dass sich der Fussabdruck des Staates in der Privatwirtschaft auf das notwendige Minimum beschränken soll», sagt Geschäftsleitungsmitglied Thomas Pletscher.

Deshalb fände es Economiesuisse sinnvoll, wenn die SBB Flächen für Sandwichbuden privaten Anbietern überlassen würden. SBB-Sprecherin Franziska Frey sagt, ein attraktives Gastronomieangebot sei wichtig für die Kundschaft.