MCH Group
Gewinneinbruch bei Messe Schweiz: Baselworld wird darunter leiden

Die Baselworld und andere Problemfelder haben im Halbjahresergebnis der Basler MCH Group ihre Spuren hinterlassen. Der Konzerngewinn brach in den ersten sechs Monaten 2017 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 52,8 Prozent auf 26,5 Millionen Franken ein.

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Die Baselworld wird zwei Tage kürzer und es werden weniger Marken ausstellen dürfen.

Die Baselworld wird zwei Tage kürzer und es werden weniger Marken ausstellen dürfen.

Martin Toengi

Beim Umsatz musste die Messebetreiberin gegenüber dem ersten Semester 2016 einen Rückgang von 9,4 Prozent auf 305,6 Millionen Franken verbuchen. Im Vergleich zum messezyklisch vergleichbaren ersten Halbjahr 2015 - die wichtige Swissbau findet nur in den geraden Jahren statt - betrug das Umsatzminus 1,5 Prozent, wie die MCH Group am Dienstag mitteilte.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT fiel zudem mit 30,1 Millionen Franken nur noch rund halb so hoch aus wie in den beiden Vorjahren. Überraschend kommt die negative Entwicklung der Halbjahreszahlen indes nicht. Schon im April hatte die MCH Group bei der Präsentation des Ergebnisses für 2016 eine Gewinnwarnung erlassen.

Zu schaffen machen dem Unternehmen gemäss der Mitteilung neben dem starken Franken die Digitalisierung und die zunehmende Umschichtung von Marketing-Budgets. Dazu komme die Marktkonsolidierung in der Uhren- und Schmuckbranche und in der Automobilindustrie.

Durchgeschlagen haben die Probleme dieses Jahr erstmals auf die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld, bei der die Ausstellerzahl um 200 auf 1300 gesunken ist. "Einschneidende konzeptionelle Anpassungen" wie eine Verkürzung der Messe um zwei Tage und Massnahmen zur Senkung der Kosten für die Teilnahme sollen die Baselworld in den kommenden Jahren wieder auf Kurs bringen.

Vorerst muss das Unternehmen allerdings eine Durststrecke überwinden. Namentlich für die Baselworld dürfte es 2018 noch schwieriger werden. Für das Gesamtjahr 2017 rechnet die MCH Group mit einem nur noch halb so hohen Gewinn wie im Vorjahr, als dieser noch 34,3 Millionen Franken betragen hatte. Und für 2018 wird ein Ergebnis im Rahmen des laufenden Jahres erwartet.

Dank diverser neuer Initiativen gibt sich das Unternehmen aber zuversichtlich. Mittelfristig soll sich das Ergebnis wieder positiv entwickeln. Zu diesen neuen Initiativen zählt etwa die letzte Woche präsentierte neue Luxusmesse Grand Basel, in der ab Herbst 2018 kostbarste Automobile in Basel, Miami Beach und Hongkong einer betuchten Klientel präsentiert werden soll.