Tourismus

Grösster Ausbau seit 2010: Edelweiss fliegt nach Denver und Orlando

Edelweiss hat Grosses vor.

Edelweiss hat Grosses vor.

Die Airline Edelweiss nutzt die Schwäche von Air Berlin aus.

Die Airline Edelweiss befindet sich nach wie vor auf Wachstumskurs. Die Schwestergesellschaft der Swiss, die ebenfalls zum deutschen Lufthansa-Konzern gehört, weitet ihr Streckennetz von Zürich auf den Sommer 2018 hin massiv aus, wie Firmenchef Bernd Bauer gestern vor Medien bekannt gab. Es handelt sich um den grössten Ausbau seit 2010.

Auf der Langstrecke kommen zwei neue US-Destinationen hinzu mit Denver, Colorado, und Orlando, Florida. Denver, in der Nähe der Rocky Mountains, gilt als aufstrebende Tourismusdestination. Zudem sorgte der Staat Colorado zuletzt für Aufmerksamkeit mit der Legalisierung von Marihuana. Heute müssen Reisende nach Denver mit Airlines wie United oder Air Canada fliegen und umsteigen.

Denver wird von Juni bis September zweimal wöchentlich direkt angeflogen. Orlando hingegen wird einmal angeflogen, genauso wie die bisherige Florida-Destination Tampa. Das dritte neue Langstreckenziel ist Varadero, Kuba. Hinzu kommen acht neue Destinationen auf der Kurz- und Mittelstrecke, wie zum Beispiel Djerba, Tunesien, Dubrovnik, Kroatien und Samos, Griechenland.

Auf die Frage, ob Edelweiss mit dieser Offensive die aktuelle Schwäche der serbelnden Air Berlin ausnutze, sagt Firmenchef Bauer: «Wir versuchen natürlich die Chancen, die sich ergeben, zu nutzen.»

Im Vorjahr setzte Edelweiss rund 400 Millionen Franken um, dieses Jahr rechnet Bauer mit 500. Bereits heute zähle man so viele Buchungen wie insgesamt 2016. Und auch das kommende Jahr ist ein Wachstum eingeplant mit einem Umsatz von 600 Millionen Franken. Die Mitarbeiterzahl dürfte sich bis dann von heute 670 auf 850 erhöhen.

Für das Wachstum werden zusätzliche Flugzeuge nötig sein. Woher diese kommen werden, sei allerdings noch unklar. «Wir befinden uns im Konzern in Gesprächen und prüfen verschiedene Optionen», sagt Bauer. Spätestens Anfang September soll ein Entscheid zur Flottenerweiterung gefällt werden.

Eine Expansion nach Genf sei zurzeit kein Thema, nicht zuletzt, da die Swiss in der Calvin-Stadt zurzeit versucht, Terrain gegenüber Easyjet zu gewinnen. Dafür will Bauer vermehrt auch Kunden im grenznahen Ausland für sich gewinnen: «Wir werden noch Ende Jahr unsere Website für Österreicher und Deutsche aufschalten mit Euro-Preisen.»

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