Kursmanipulationen

Haben Schweizer Banken die Währungskurse manipuliert?

Schweizer Banken, im Bild der Zürcher Paradeplatz, sollen an Femdwährungskursen herumgeschraubt haben.

Schweizer Banken, im Bild der Zürcher Paradeplatz, sollen an Femdwährungskursen herumgeschraubt haben.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht führt bei mehreren Schweizer Finanzinstituten Untersuchungen wegen einer möglichen Manipulation von Fremdwährungskursen durch. Betroffen soll unter anderem die UBS sein.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) führt derzeit bei mehreren Schweizer Finanzinstituten Untersuchungen wegen einer möglichen Manipulation von Fremdwährungskursen durch. Dies teilte die Behörde heute Morgen mit.

Laut Communiqué finden die Untersuchungen in Koordination mit ausländischen Behörden statt, da international eine Vielzahl von Banken potenziell betroffen sei. Welche Banken von der Untersuchung betroffen sind, schrieb die Finma nicht.

Im Fokus des Devisenskandals sollen Kurssprünge stehen, die im Währungshandel jeweils kurz vor vier Uhr Nachmittags registriert wurden. Laut Experten könnte es sich dabei um eine Dimension handeln, die vergleichbar mit den Betrügereien rund um den Leitzins Libor ist.

Entlassungen bei der Grossbank UBS

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Finma soll offenbar die Grossbank UBS bereits Entlassungen ausgesprochen haben. Das will zumindest «Inside Paradeplatz» wissen.

Laut dem Finanznews-Portal soll die UBS in den letzten Tagen zwei Spothändler in Zürich und New York entlassen haben. Die beiden entlassenen Angestellten sollen seit 1994 - also seit bald 20 Jahren - bei der UBS tätig sein und würden das Devisen-Geschäft gut kennen.

Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die Schweizerische Bankiervereinigung lehnten eine Stellungnahme ab.

Auch London ermittelt

In den vergangenen Monaten hatte es bereits andernorts Hinweise darauf gegeben, dass Devisenkurse möglicherweise manipuliert worden sind. So hat die britische Finanzaufsicht im Juni in London bekannt gegeben, dass sie Untersuchungen wegen möglicher Manipulationen auf dem Devisenmarkt eingeleitet habe.

Die britischen Behörden gaben am Freitag aber keinen Hinweis darauf, ob sie in diesem Fall an die Finma gelangt seien. Sie verweisen auf die generelle Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsbehörden.

Grossbanken im Visier

Auch die Financial Conduct Authority (FCA) in London nennt keine Namen von Finanzhäusern. Laut Presseberichten betrifft die Untersuchungen globale Grossbanken. Genannt wurden neben der UBS die Deutsche Bank, die amerikanische Citigroup und die britische Barclays.

Tagesumsätze in Billiarden-Höhe

Bankexperten würden der Devisenskandal nicht erstaunen. Der globale Devisenmarkt sei «wie der Wilde Westen».

Das Geschäft sei weitgehend unkontrolliert, da die meisten Handelsgeschäfte nicht über die regulierte Börsen, sondern zwischen den Banken laufen würden. Dabei sollen Tagesumsätze in unvorstellbarer Billiarden-Höhe erreicht werden. (sha/sda)

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