WhatsApp
Hat Apple etwas gegen den beliebten WhatsApp-Messenger?

Der populärste Messaging-Dienst WhatsApp sorgt nicht nur bei den Schweizer iPhone-Nutzern für hitzige Diskussionen. Seit Tagen ist die Applikation aus dem App Store von Apple verschwunden. Die Entwickler dementiert alle kursierenden Gerüchte.

Elia Diehl
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Kaum eine Applikation ist bei Smartphone-Nutzern beliebter als WhatsApp. Seit Tagen ist es für iPhone-Besitzer aber nicht mehr möglich, die Applikation aus dem App Store zu laden. Die vergebliche Suche im App Store gab in der Folge Anstoss zu vielerlei Gerüchten. Im Web wird munter diskutiert und spekuliert.

Opfer der Apple-Zensur?

«Entschuldigt. Wir sind momentan nicht bei iTunes am Start. Wir haben eine neue Version eingereicht und warten derzeit auf die Prüfung von Apple», beruhigen die Entwickler von WhatsApp via Twitter. Über die Gründe der vorübergehenden Unverfügbarkeit äussert sich das Unternehmen nicht.

Ist WhatsApp bereits auf einem iPhone oder iOS-Gerät installiert, kann der Dienst aber weiterhin genutzt werden.

Gerüchten zufolge hat Apple den Dienst aus dem App Store verbannt um den eigenen Messaging-Dienst zu begünstigen. Mit dem neuen Betriebssystem iOS 5 lancierte Apple seinen iMessage-Dienst. Wie bei WhatsApp können damit Nachrichten ohne Gebühren verschickt werden. Der Dienst funktioniert allerdings nur zwischen Apple-Geräten. Die Apple-Firmenzentrale in Cupertino gibt derweil keinen Kommentar zum Geschehen.

Sicherheitslücken

Im Web kursieren Gerüchte, die Löschung stehe im Zusammenhang mit den aufgedeckten Sicherheitslücken in WhatsApp. Die Sicherheitsfirma SEC Consult Vulnerability Labs beispielsweise wies auf mehrere Schwachstellen in der Anwendung hin. Allerdings lässt sich die Anwendung für andere Smartphones weiterhin herunterladen und installieren, was die Theorie etwas entkräftet. Auch WhatsApp Inc. dementierte den Zusammenhang.

«Es ist ein Jux. Wirklich!»

Im Web schwappt die Welle derweil über. Viele Smartphone-Nutzer befürchten, das Versenden von Nachrichten mit WhatsApp würde zukünftig kostenpflichtig.

Der Kettenbrief: Der Wortlaut

☞ Wichtige Meldung ☜

Dein geliebtes App WhatsAppTM wird in nächster Zeit kostenpflichtig, sprich es werden monatliche Kosten anfallen! Um dies zu umgehen, hat die WhatsAppTM Gemeinde beschlossen, diesen Kettenbrief zu schreiben. Damit diese Warnung Anklang findet, soll sie so oft wie möglich weitergesendet werden. Dies ist auch der einzige Weg, um sich von den zukünftigen Kosten zu befreien. Somit kannst du von Glück sprechen, wenn du überhaupt diese Nachricht lesen konntest.
Nachdem du diese Nachricht erfolgreich (Doppelhaken) an 10 weitere Freunde versendet hast, wird dein WhatsAppTM Logo in roter Farbe aufleuchten.

Mit freundlichen Grüßen
Deine WhatsAppTM Gemeinde ☮

Benzin ins Feuer giesst inzwischen ein kursierender anonymer Kettenbrief. Die «Warnung» solle an zehn Kontakte weitergeleitet werden. Damit könne eine Kostenpflichtigkeit verhindert werden, verspricht die WhatsApp-Nachricht. (Siehe Box)

«Es ist ein Jux. Wirklich», reagierten die WhatsApp-Entwickler auf die massenhaft eingegangen Mails besorgter Kunden. Im WhatsApp-Blog distanziert man sich deutlich von den Behauptungen des Kettenbriefs. «Wir arbeiten lieber an tollen neuen Features, als solche irren Geschichten aufzuklären», kritisieren die Entwickler die Urheber des Kettenbriefs.

1 Milliarde Nachrichten

«Wir haben einen Meilenstein überschritten. Erstmals wurden an einem Tag über 1 Milliarde Nachrichten versendet», verkündete WhatsApp Inc. stolz zu Beginn des neuen Jahres. Was bedeutet diese Zahl? «Das sind 41 Millionen Nachrichten pro Stunde, 700'000 pro Minute, und über 11'000 pro Sekunde», erklärt das Unternehmen die Bedeutung der Zahl.

Damit habe man einen kleinen Schritt auf ihr grosse Ziel gemacht. Das Unternehmen möchte, dank der Systemunabhängigkeit ihres Messaging-Dienstes, den ganzen globalen Markt erobern.

Es bleibt abzuwarten, ob sich das Unternehmen, auf ihrem Eroberungszug durch die Welt, nicht doch dem übermächtigen iPhone-Hersteller geschlagen geben muss.

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