Zweieinhalb Wochen nach dem Prozess gegen die Verantwortlichen der Fricktaler Investmentfirma ASE hat das Bezirksgericht Laufenburg sein Urteil gefällt. Es bleibt leicht hinter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft zurück. Das Gericht verurteilt den ehemaligen ASE-Geschäftsführer Martin S. zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren. Er sitzt bereits über viereinhalb Jahre in Haft.  

Geschäftspartner Simon M. erhält vom Gericht eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Manfred G., der als Kundenberater bei der BKB die ASE betreute, wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hat den Beschuldigten vorgeworfen, mit einem enormen Schneeballsystem knapp 2000 Geschädigte um 170 Millionen Franken betrogen zu haben. Rund 600 Kunden hatten ein Konto bei der BKB, der Depotbank der ASE.

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Urteil kann weitergezogen werden

Die Staatsanwaltschaft hatte hohe Strafen für die Beschuldigten gefordert. So verlangte er für Martin S. eine Freiheitsstrafe von elf Jahren, für Geschäftspartner Simon M. 7 Jahre. Für Manfred G. wurde eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren gefordert. Der Verteidiger von Martin S. plädierte auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren, die Anwälte von Simon M. und Manfred G. forderten jeweils einen Freispruch für ihre Mandanten.

Das schriftliche Urteil folgt voraussichtlich kommenden Februar. Es kann an das Aargauer Obergericht weitergezogen werden.

(Artikel publiziert am 15.2.2016)

Lesen Sie den Kommentar zum Urteil hier.

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