Als "ultimative Show für automobile Meisterstücke" preist die MCH Group ihr neues Messeformat an. Bei den Exponaten handle es sich um Spitzenfahrzeuge aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die in den Kontext von Kunst, Design, Architektur und Lifestyle gestellt werden.

Offiziell dauert die Grand Basel vom 6. bis 9. September. Eine exklusive Klientel hat jedoch zuvor schon an zwei Preview-Tagen Zugang zur Schau in der Halle 1. Präsentiert werden die grossenteils von einem unabhängigen Expertengremium ausgewählten rund 100 Fahrzeuge mit einem Versicherungswert von 300 Millionen US-Dollar auf einer Fläche von rund 32'000 Quadratmetern.

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Strenge Selektion

Für die Auswahl massgebend waren laut den Veranstaltern unter anderem Design, Herkunft, kultureller Wert und historische Bedeutung der Exponate. Mit der strengen Selektion sollen Einmaligkeit und Echtheit der Fahrzeuge sichergestellt werden. Für die erste Ausgabe der Grand Basel waren Bewerbungen für rund 350 Autos eingegangen.

Vertreten sind an der Grand Basel viele grossen Marken der Automobilgeschichte. Das Spektrum reicht von Alfa Romeo, Aston Martin und Bugatti über Citroen, Iso Rivolta, Lamborghini und Porsche bis hin zu Rolls Royce und Zagato. Zu sehen ist auch die laut Grand Basel-Chef Mark Backé wohl opulenteste Ferrari-Auswahl aus den 1950er- und 1960er Jahren.

Präsentiert werden die Exponate nicht wie in einer herkömmlichen Automobilmesse, sondern eher wie in einem modernen Museum. Jedes Ausstellungsstück hat dabei eine eigene Koje, die den Rahmen bildet. Für die Grand Basel wurde eigens ein modulares Architektur- und Ausstellungskonzept erarbeitet.

«Grand Basel» erhebt Autos zur Kunst – ein Augenschein.

«Grand Basel» erhebt Autos zur Kunst

  

Zwar ist die Grand Basel von Donnerstag bis Sonntag einem breiten Publikum zugänglich. Im Visier haben die Veranstalter aber in erster Linie Händler und Sammler aus aller Welt. Nach dem Vorbild der ebenfalls von der MCH Group durchgeführten Kunstmesse Art Basel folgen auch bei der Autoschau nach der Premiere in Basel 2019 Messen in Miami Beach und Hong Kong.

Unter Druck

Die Lancierung des neuen Formats fällt in eine Zeit, in der die MCH Group wegen der Probleme mit ihrem wichtigsten Standbein, der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld, in Schieflage geraten ist. Der Ausstieg der Swatch-Gruppe hatte Anfang August den Abgang von CEO René Kamm zur Folge.

2017 hatte der Bedeutungsverlust der Baselworld die MCH Group erstmals in ihrer Geschichte in die roten Zahlen gedrückt. Auf die Messegebäude mussten mehr als 100 Millionen Franken abgeschrieben werden. Auch für das laufnde Jahr rechnet das Unternehmen mit tiefroten Zahlen, wie es am Dienstag bekannt gab.

Die Lancierung der Grand Basel ist nach Auskunft von MCH-Sprecher Christian Jecker jedoch keine direkte Reaktion auf die aktuellen Schwierigkeiten mit der Uhren- und Schmuckmesse. Vielmehr hätten die Arbeiten an der neuen Messe schon begonnen, als es der Baselworld noch gut ging. Heute sei jedoch der Druck gross, neue Formate zu entwickeln, räumt Jecker ein.

Wie viel sie in ihren neuen Hoffnungsträger investiert hat, gibt die MCH Group nicht preis. Es ist aber mehr als ursprünglich geplant. Laut Jecker handelt es sich um Millionen. Wann die Grand Basel die Gewinnschwelle erreichen soll, ist ebenfalls nicht zu erfahren. Das hänge auch vom Erfolg der ersten Ausgabe ab, sagt Jecker.