"Für Saisonbetriebe, welche für vier bis fünf Monate Mitarbeiter einstellen, wäre das administrativ nicht zu bewältigen", sagt er. Man suche vorrangig nach Personal in der Schweiz. Aber bei Köchen gebe es beispielsweise ein zu geringes Angebot. "Das ist ein qualifizierter Job, da kann ich keinen Elektriker vom RAV nehmen".

Gangbar sei der Weg des Nationalrats, wonach das RAV geeignete Dossiers den Betrieben übermittle, ohne dass diese Absagen begründen müssten. In Zukunft brauche es in der Hotellerie kreative neue Arbeitsmodelle. Auch die Ausbildung müsse sich besser an heutige Bedürfnisse anpassen.

Der Zustand der Hotellerie in diesem Jahr sei "ermutigend", sagt Züllig im Interview weiter. Beim deutschen Markt gebe es auf tiefem Niveau einen Anstieg, die starke Nachfrage aus dem Inland steige sogar in den Bergregionen. Nichtsdestotrotz werde die Strukturbereinigung in der Branche weitergehen.

Die Frage sei nun, wie man stillgelegte Betriebe umnutzen könne. Den Auftrag der Gesellschaft für Hotelkredite müsse man erweitern. "Etwa, indem man junge, innovative Hoteliers mit guten Ideen im Sinn einer Start-up-Förderung mit Risikokapital unterstützt, wenn die Vision sinnvoll ist."

Im Interview mit der "Schweiz am Sonntag" kritisiert Züllig zudem den Entscheid des Bundesrates, nicht gegen die Preisparitäts-Klauseln von Buchungsplattformen wie booking.com vorzugehen.

Dafür habe er wenig Verständnis – zumal diese Klauseln in allen Nachbarsländern verboten würden. "In der Schweiz hat man das Gefühl, nichts machen zu müssen. Das erstaunt mich sehr", sagt Züllig. Dass Booking.com die Liste der Suchergebnisse je nach Höhe der Kommissionen, welche die Hotels abgeben, erstelle, sei eine "Täuschung der Konsumenten".