Wer operiert, hat mit grosser Wahrscheinlichkeit schon Operationsinstrumente von Ulrich Swiss in den Händen gehalten. Das Ostschweizer Traditionsunternehmen mit 30 Mitarbeitern beliefert seit 100 Jahren Spitäler mit innovativen Spezialinstrumenten und medizinischen Apparaten und engagiert sich auch in humanitären Initiativen. «Unser Erfolg liegt darin, dass wir uns stets dem Fortschritt verschrieben haben», sagt Martin Koller, seit 2015 CEO und Inhaber der Ulrich Swiss in St.Gallen. Gerade im innovativen medizinischen Umfeld sei eine gute Zusammenarbeit mit Chirurgen und Spitälern entscheidend für immer wieder neue und verbesserte Instrumente und Dienstleis­tungen.

Diese Haltung und Offenheit gegenüber dem Fortschritt zeigt sich im Erfolg des Ostschweizer Unternehmens, das seine Instrumente weltweit in die Spitäler und Kliniken bringt und aktuellen regulatorischen Herausforderungen auch mit Lösungen im Servicebereich begegnet. Ulrich hat unter anderem ein Flat-Rate-Modell für chirurgisches Instrumentarium entwickelt, das Spitälern und Chirurgen höchste Qualität zu guten ökonomischen Bedingungen bietet. Diese unternehmerische Neugier ist in der DNA der Ostschweizer Firma tief verankert. Das von Richard Ulrich 1919 gegründete Unternehmen verstand es immer wieder, Innovationsgeist und Unternehmertum zu kombinieren. Hans Ulrich, dem Sohn des Firmengründers, gelang es, auch dank seiner technischen Begabung und den intensiven Beziehungen zu führenden Chefärzten verschiedener Disziplinen im In- und Ausland, zahlreiche neue Instrumente zu entwickeln und bestehende entscheidend zu verbessern. Mit seinen Paten- ten und dem Markennamen «ULRICHSwiss» wurde er international bekannt.

Humanitäres Engagement

Neben der unternehmerischen Tätigkeit engagiert sich die Ulrich AG in humanitären Projekten. Sie unterstützt Organisationen und Privatpersonen, dazu zählen auch die Ostschweizer Organisation Cheira Swiss Humanitarian Surgery aus Teufen oder die Stiftung Faaba aus Arn­egg, welche sich im Norden von Bénin für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und der Bildungschancen – insbeson­dere für Mädchen und jungen Frauen – einsetzt.

Bei der Ulrich AG  werden chirurgische Präzisionsinstrumente entwickelt und hergestellt. Bild: Adriana Ortiz Cardozo

Bei der Ulrich AG werden chirurgische Präzisionsinstrumente entwickelt und hergestellt. Bild: Adriana Ortiz Cardozo

Volker Wedler, Chirurg für plastische und rekonstruktive Chirurgie in Kreuzlingen arbeitet seit 25 Jahren in seiner Freizeit für verschiedene Organisationen in Entwicklungsländern. Dort operiert er Patienten. Er sagt: «Gerade bei den schwierigen Bedingungen, unter denen wir vor Ort operieren, hängt der Erfolg unserer Arbeit wesentlich auch von den Instrumenten ab, mit denen wir arbeiten ­können.»

Operationen in Krisengebieten

Die Einrichtungen der Operationssäle in diesen Ländern entsprechen oft nur Minimalstandards, wenn überhaupt. An diesem Punkt setzt die Firma Ulrich an und stellt Ärzten chirurgische Instrumente zur Verfügung. Jan Poëll, Chirurg für plastische und rekonstruktive Chirurgie aus St.Gallen, operiert in Krisengebieten und erklärt: «Ich reise regelmässig zum Beispiel nach Burkina Faso und operiere bei Verbrennungen, Tumoren oder Missbildungen. Viele Menschen dort warten jahrelang auf dringend benötigte Operationen. Oft können wir essenzielle Hilfe leisten, die den Menschen erst eine gewisse Selbstständigkeit und Lebensqualität ermög­lichen.»