Patrice Kleewein arbeitet gerne bei der Credit Suisse. Anders ist es nicht zu erklären, dass er bereits seit über 20 Jahren bei der Grossbank tätig ist. Seit dem 1. Januar ist er Leiter der Geschicke der Bank in der Region Nordschweiz, sprich im Tätigkeitsbereich der Bank in beiden Basel, aber auch in Teilen der Kantone Solothurn und Aargau.

Kleewein sei ein Veteran, schrieb das Branchenportal «Finews» zu seiner Ernennung. Eine Bezeichnung, über die er schmunzeln muss. Der Veteran Kleewein ist 45 Jahre alt, wohnt in Arlesheim, wuchs im Leimental auf. Er ist das, was als «regional verankert» bezeichnet werden darf.

Das neue Gesicht

Die regionale Verankerung ist es denn auch, die ihm in seiner neuen Funktion helfen wird. Denn er ist das neue Gesicht der Bank gegen aussen – das Pendant zu Samuel Holzach bei der UBS, der in der Stadt ein vielgesehener Gast an etlichen Events ist und der seine Bank repräsentativ vertritt. Kleewein, schwarzer Anzug, rosafarbene Krawatte, empfängt in einem Eckbüro des Basler Credit-Suisse-Hauptsitzes.

Durch das Fenster sieht man die UBS. «Natürlich ist UBS wegen ihrer Geschichte eine grosse Basler Bank», sagt Kleewein. «Auch wenn die CS ihre Wurzeln in Zürich hat, ist sie die zweitgrösste Bank in der Schweiz und auch eine grosse Bank in Basel», so Kleewein.

Doch Basel ist nicht Zürich, der Bankenplatz kleiner. «Basel ist neben Zürich und Genf ein wichtiger Standort. Gerade die Trinationalität ist von grosser Bedeutung», sagt Kleewein. Die CS sei nicht zuletzt für Unternehmer aus der Life-Science-Branche ein wichtiger Partner.

Kleewein wird seinen Part als Verantwortlicher für die Region Nordschweiz voraussichtlich für rund drei Jahre ausführen. Danach besteht die Möglichkeit, dass ein anderer im Sinne eines Turnus übernehmen wird.

Als einer, der die Bank gegen aussen repräsentieren soll, keine leichte Aufgabe. «Das kann ein Nachteil sein, aber ein Turnus ist zeitgemässer», sagt Kleewein. Seinen eigenen Anspruch formuliert Kleewein so: «Ich will, dass man die Bank noch mehr wahrnimmt in Basel – sei dies für die Kunden oder in der Rolle als Arbeitgeberin.» Als Beispiel nennt er Partnerschaften wie mit dem Kunstmuseum, die noch nicht weitherum bekannt seien.

In seiner Arbeit als Regionenleiter wird er auch mit politischen Würdenträgern vermehrt in Kontakt treten. Wird er gar zum Grüssaugust? «Wenn man dies denn so nennen will: ja, auch. Es ist ein wichtiger Teil und eine gute Möglichkeit, um zu zeigen, für was die Bank steht.»

Die Basler Standortpolitik sieht Kleewein positiv für die Wirtschaft. «Wir spüren, dass die Bemühungen der Politik auch unserem Geschäft helfen.» Die Dynamik in beiden Basel sei gefühlt auch stärker ausgeprägt als in den anderen Regionen, die er als Chef Nordschweiz betreue.

Kontinuität als Vorteil

21 Jahre ist Kleewein nun bei der CS. Eine lange Zeit, aber nicht allzu aussergewöhnlich in dieser Branche. Wenn man wahrgenommen werden will, dann müsse man jemanden haben, der für Kontinuität stehe und regional verankert sei.

Seine langjährige Tätigkeit bei der CS sei sicher ein Vorteil für seinen neuen Posten. «Die Dauer ist jedoch eher atypisch, das stimmt.» Er habe aber auch nicht 21 Jahre lang den gleichen Job gemacht: «Mir wurde es nie langweilig.»